Blasenentzündung nach dem Schwimmbad: Das hilft wirklich

Natascha Schleif  |  12.08.2025 07:30 Uhr

Nach einem Besuch im Schwimmbad kann es vorkommen, dass der Körper mit ständigem Harndrang und einem brennenden Gefühl beim Wasserlassen reagiert. Diese Anzeichen deuten meist auf einen Harnwegsinfekt hin. Was hilft und wann ein Arzt aufgesucht werden sollte, erklärt Apothekerin Ursula Funke.

Frau unter Wasser im Schwimmbad.
Nach einem Besuch im Schwimmbad kommt es manchmal zu häufigem Harndrang und einem brennenden Gefühl beim Wasserlassen – typische Anzeichen einer Blasenentzündung.
© mihtiander/iStockphoto

Eine Blasenentzündung nach dem Schwimmen wird häufig durch das Tragen nasser Badekleidung verursacht. Die Feuchtigkeit kühlt den Körper aus, die Blutgefäße der Schleimhaut ziehen sich zusammen, und die Durchblutung der Harnwege verschlechtert sich – Keime haben so leichtes Spiel. Typische Symptome sind häufiger Harndrang, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen.

Wann kann man selbst behandeln – und wann zum Arzt?

Eine unkomplizierte Blasenentzündung liegt vor, wenn kein Blut im Urin sichtbar ist, kein Fieber besteht, die Person nicht schwanger ist, keine Nierenerkrankung vorliegt und das Immunsystem nicht geschwächt ist. Treten jedoch Rückenschmerzen im Nierenbereich, Blut im Urin, Fieber, Übelkeit oder krampfartige Unterbauchschmerzen auf, sollte unbedingt zeitnah ein Arzt aufgesucht werden. Auch Kinder, Schwangere und Diabetiker gehören in ärztliche Behandlung. 

Behandlung: Schnelle Hilfe bei Harnwegsinfekten

Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung helfen entzündungshemmende Wirkstoffe wie Ibuprofen gegen Schmerzen und Beschwerden. Das Medikament wirkt auch schmerzlindernd und kann helfen, die Zeit bis zu einem Arzttermin zu überbrücken. Apotheker stehen im Notdienst auch am Wochenende oder in der Nacht zur Verfügung, um Betroffene zu beraten und Urintests sowie Medikamente abzugeben. 

Betroffene sollten viel trinken, um Bakterien auszuspülen. Neben Wasser sind Blasen- und Nierentees mit Heilpflanzen wie Goldrutenkraut, Birkenblättern, Bärentraubenblättern, Hauhechelwurzel oder Orthosiphonblättern empfehlenswert. Auch D-Mannose kann verhindern, dass sich Bakterien an der Blasenschleimhaut anheften.

Vorbeugung: So schützt man sich vor einer Blasenentzündung im Schwimmbad

  • Nach dem Schwimmen sofort abtrocknen und trockene Kleidung anziehen
  • Nicht auf kalte oder feuchte Unterlagen setzen
  • Atmungsaktive Baumwollunterwäsche tragen
  • Ausreichend trinken (Wasser, ungesüßte Tees, Schorlen)
  • Intimhygiene beachten: von vorn nach hinten reinigen, um Bakterien fernzuhalten
  • Blase regelmäßig und vollständig entleeren, besonders nach dem Geschlechtsverkehr
  • Auf Intimpflegeprodukte verzichten, um die natürliche Flora nicht zu stören

Mit diesen Maßnahmen lässt sich das Risiko einer Blasenentzündung deutlich senken.

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