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Forscher verfolgen Geruch der Angst

25.03.2016

Luchs-Urin soll sehr unangenehm riechen: Nach verrottendem Fleisch, Schweiß und etwas undefinierbar Wildem, wie Nasenzeugen berichten. Für Mäuse riecht es vor allem nach einem: Angst. Wo Geruch und Angst im Gehirn verknüpft sind, untersuchten Forscher aus den USA.

Mäuse haben eine spezielle Hirnregion, die bei bestimmten Gerüchen Angst auslöst.
© lculig - Fotolia.com

In ihrer Studie ist es den US-Wissenschaftlern gelungen, Nervenzellen und Regionen im Gehirn von Mäusen zu identifizieren, die hinter angeborenen Angstreaktionen stecken. Es handele sich um einen sehr kleinen Bereich in einem Teil des Gehirns, der für das Riechen verantwortlich ist, schreibt das Team um Neurophysiologin und Nobelpreisträgerin Dr. Linda Buck vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Washington in der Fachzeitschrift Nature.

Dass die Angstreaktion angeboren ist, zeigt die Tatsache, dass selbst Labortiere, die nie einen Luchs oder andere katzenartige Tiere gesehen haben, bei dem Geruch von Luchs-Urin Angst bekommen. Sie reagieren instinktiv auf den Geruch eines natürlichen Feindes. Für die kleinen Nagetiere kann dies lebensrettend sein, denn mit der Angstreaktion werden Stresshormone ausgeschüttet. Diese versetzen die Tiere in Alarmbereitschaft, so dass sie bereit sind, schnell zu fliehen, falls dies nötig sein sollte.

Obwohl Menschen keine angeborene Angstreaktion gegenüber dem Geruch von Raubtieren haben, könne die Erforschung von Mäusen Hinweise darauf geben, wie Menschen unbewusst auf etwas reagieren, zum Beispiel auf Gerüche. Denn auch wir haben angeborene Reaktionen und Gefühlsregungen. Es sei wichtig, nicht nur grundlegende Kenntnisse von Biologie und Funktion des Gehirns zu haben, sondern auch Nervenschaltungen zu kennen, die unterschiedlichsten Auslösern von Angst und Stress zugrunde liegen, sagt Buck. Und allgemein betrachtet, sehe die Reaktion von Nagern auf Stress sehr ähnlich aus wie unsere eigene.

HH

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