Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit am Grill kann schwere Folgen haben – besonders für Kinder. Jedes Jahr landen Tausende mit Verbrennungen in der Notaufnahme. Dabei lassen sich viele dieser Unfälle mit einfachen Regeln vermeiden.

Grillen gehört für viele zum Sommer dazu. Doch gerade der Einsatz von Spiritus oder anderen flüssigen Brandbeschleunigern macht den Grillplatz schnell zur Gefahrenzone. Der Verein Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. ist überzeugt: Diese Unfälle sind komplett vermeidbar.
Das Problem liegt nicht nur in der Flüssigkeit selbst. Beim Ausgießen entsteht eine unsichtbare Gaswolke, die sich rasch über dem Grill verteilt. Diese Dämpfe sind schwerer als Luft und bleiben in Bodennähe. Gelangt eine Zündquelle hinein, kommt es zu einer explosionsartigen Verpuffung. Die Folge: meterhohe Stichflammen, die oft Umstehende treffen. Besonders Kinder sind gefährdet, weil sich ihr Gesicht genau auf Höhe dieser Flammen befindet.
Experten schlagen seit Jahren Alarm. Dirk Aschenbrenner, Direktor der Feuerwehr Dortmund, bringt es auf den Punkt: „Man kann es nicht deutlich genug sagen: Spiritus am Grill ist ein gefährliches Spiel mit der Gesundheit der Umstehenden.“
Auch Mediziner sehen die Folgen täglich. Professor Paul Christian Fuchs von der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin erklärt: „Auf flüssige Brandbeschleuniger sollte verzichtet werden.“ In Kliniken zeigt sich immer wieder, wie gravierend die Verletzungen sein können. Oft folgen monatelange Behandlungen, teils bleiben lebenslange Narben zurück.
Ein sicherer Grillabend braucht keine komplizierten Maßnahmen. Schon kleine Veränderungen machen einen großen Unterschied:
Die Initiative Paulinchen setzt sich dafür ein, dass flüssige Brandbeschleuniger langfristig gar nicht mehr als Grillanzünder verkauft werden. Vorsitzende Susanne Falk sagt: „Jeder Grillunfall durch Spiritus ist ein Unfall zu viel, weil er durch die Wahl des richtigen Anzünders zu 100 % hätte verhindert werden können.“
Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.
Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.
Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.
Im Fokus diesmal: Lithiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, Luftbelastung durch duftende Putzmittel…
aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern