Krankheitsbild
Beim hyperkinetischen Herzsyndrom arbeitet das Herz in einer Art Übererregungsmodus. Der Körper reagiert empfindlicher auf innere und äussere Reize, was zu deutlichen Kreislaufreaktionen führen kann. Besonders in Stresssituationen oder bei körperlicher Belastung fällt der schnelle Puls auf. Es handelt sich meist nicht um eine organische Herzerkrankung, sondern um eine funktionelle Störung des vegetativen Nervensystems.
Symptome/Verlauf
Typisch ist ein plötzlich beschleunigter Herzschlag, der ohne erkennbare Ursache wie körperliche Belastung auftreten kann. Zusätzlich können folgende Beschwerden vorkommen:
- Herzklopfen oder Herzrasen
- Unruhe Zittern innere Anspannung
- Schwindel oder leichte Atemnot
- Schwitzen oder Hitzegefühl
Der Verlauf ist oft schwankend. Phasen intensiver Beschwerden wechseln mit symptomarmen Zeiten. Häufig verstärken sich die Symptome durch Stress, Müdigkeit, Angst oder starke Emotionen.
Folgen/Komplikationen
Das hyperkinetische Herzsyndrom ist in der Regel nicht gefährlich, kann jedoch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Dauerhafte Übererregung kann zu Erschöpfung, Schlafstörungen und einem Gefühl der ständigen Überlastung führen. Wird die Situation falsch eingeordnet, kann sich eine Angstspirale entwickeln, die die Beschwerden zusätzlich verstärkt.
Ursachen/Risikofaktoren
Auslöser sind meist funktionelle Störungen des vegetativen Nervensystems. Psychischer Stress oder emotionale Belastungen, aber auch der Konsum von Koffein, Alkohol oder Nikotin begünstigen das Auftreten. Infekte oder Flüssigkeitsmangel erhöhen ebenfalls das Risiko. Auch eine generell erhöhte körperliche Sensibilität oder eine stressanfällige Persönlichkeit können die Reaktion des Körpers verstärken.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann mit einer gründlichen Untersuchung ernste Ursachen ausschliessen. Falls nötig, werden beruhigende Massnahmen oder Mittel aus Wirkstoffgruppen wie Betablocker eingesetzt.
Das kann man selbst tun: Entspannungstechniken, ausreichender Schlaf, regelmässige Bewegung und der Verzicht auf anregende Stoffe lindern die Symptome. Grenzen bestehen, wenn die Beschwerden länger anhalten stark zunehmen oder neue Symptome wie Brustschmerzen auftreten. Dann ist ärztliche Abklärung zwingend nötig.
Quellenangaben:
N.N., Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, (2004), Aufl. 260 - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.