Kinder zwischen sechs und elf Jahren müssen in der Regel nicht täglich duschen oder baden. Ein- bis zweimal pro Woche genügt meist – zusätzlich immer dann, wenn sie schmutzig sind, stark geschwitzt haben oder schwimmen waren. Worauf Eltern bei Wasser, Seife und Hautpflege achten sollten.
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"Was die Körperpflege betrifft, gibt es einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen", erklärt Hautarzt Dr. Herbert Kirchesch aus Pulheim, Experte des Bundesverbandes der Deutschen Dermatologen. Vor der Pubertät entwickeln Kinder meist noch keinen ausgeprägten Körpergeruch. Bei ihnen diene Baden oder Duschen allein der Reinigung. Kirchesch empfiehlt, dass Kinder bis zum Alter von etwa elf Jahren bzw. bis zum Beginn der Pubertät ein- bis zweimal die Woche duschen oder baden. Dies entspricht auch der Empfehlung der American Academy of Dermatology.
Wann Kinder zusätzlich duschen sollten
Unabhängig vom üblichen Rhythmus ist eine Dusche oder ein Bad sinnvoll:
wenn das Kind sichtbar schmutzig ist
nach starkem Schwitzen oder Sport
wenn sich Körpergeruch entwickelt
nach dem Baden im Schwimmbad, See oder Meer
Hände und verschmutzte Körperstellen werden natürlich unabhängig davon bei Bedarf gewaschen.
Duschgel & Co: Weniger ist oft mehr
Auch in Sachen Pflegeprodukte vertritt Hautarzt Kirchesch die Ansicht, immer nur so viel wie nötig zu verwenden. Beim Bad reicht ein Spritzer Badeöl. Zu heißes Wasser oder sehr langes Baden trocknen die Haut eher aus. Beim Waschen von Füßen, Po oder unter den Armen kann man etwas Seife oder Duschgel verwenden. "Diese Produkte machen die Haut zwar sauber, aber das geht nur, indem sie sie gleichzeitig entfetten. Da viele Seifen basisch sind, greifen sie auch den Säureschutzmantel der Haut an. Bei einem robusten Hauttyp passiert da erst einmal nichts", weiß der Dermatologe. Aber empfindliche Kinderhaut reagiere relativ schnell mit roten Flecken und trockenen, spröden Stellen. "Eltern meinen es mit der Körperpflege ja gut und handeln in bester Absicht. Aber ich sage dann immer: 'Der Mensch ist kein Fisch!'"
Cremen je nach Bedarf
Reagiert die Haut empfindlich, empfiehlt der Experte das Pflegeprogramm erst einmal etwas runterzufahren: "Alles, was viel schäumt und duftet, am besten weglassen." Außerdem müsse nicht jedes Kind immer eingecremt werden. "Wenn die Haut tatsächlich trocken ist, würde ich immer einfache Produkte ohne spezielle Inhaltsstoffe, ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe verwenden." Ansonsten gelte es auszutesten, was das Kind verträgt. Denn auch auf in Cremes enthaltene Fette wie Wollwachs können manche Kinder empfindlich reagieren.
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