Millionen Menschen leiden unter Kniearthrose. Eine neue Pilotstudie der Universität Texas zeigt einen überraschenden Ansatz zur Schmerzlinderung: Durch gezielte elektrische Impulse am Ohr, einer sogenannte transkutane Vagusnerv-Stimulation (tVNS), konnten die Schmerzen bei einem Drittel der Teilnehmenden spürbar reduziert werden.

Für die Studie erhielten 30 Personen mit Kniearthrose eine einstündige Behandlung, bei der über das Ohr ein Bereich des Vagusnervs stimuliert wurde. Bei 11 der 30 Teilnehmenden verbesserte sich der Schmerz deutlich. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Osteoarthritis and Cartilage Open“ veröffentlicht.
Laut Dr. Kosaku Aoyagi, Hauptautor der Studie, entstehen Knieschmerzen bei Arthrose nicht ausschließlich durch Gewebeschäden im Knie, sondern auch durch zentrale Schmerzmechanismen im Gehirn und Nervensystem. Der Vagusnerv, der Teil des parasympathischen Nervensystems ist, spielt dabei eine wichtige Rolle. Er wirkt entspannend und steht im Gegensatz zum sympathischen Nervensystem, das auf Stress reagiert.
Aoyagi erklärt: „Bei Personen mit Knieschmerzen aufgrund von Arthrose besteht ein Ungleichgewicht zwischen sympathischer und parasympathischer Aktivität. Das kann Schmerzen verursachen. Unsere Behandlung könnte helfen, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen.“
Die tVNS-Therapie wird bereits bei verschiedenen Erkrankungen wie Epilepsie, Depressionen und chronischen Entzündungen eingesetzt. Nun könnte sie auch bei Kniearthrose ein neuer Ansatz zur Schmerzlinderung sein. Um die Ergebnisse abzusichern, plant das Team um Aoyagi eine größere kontrollierte klinische Studie.
Quelle: DOI 10.1016/j.ocarto.2024.100545
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