Krampfadern: Symptome, Behandlung und Vorbeugung

Rüdiger Freund  |  08.05.2026 11:46 Uhr

Krampfadern – medizinisch Varikosis oder Varizen – sind nicht nur ein kosmetisches Problem. Die erweiterten Venen in den Beinen können zu Schmerzen, Schwellungen und Folgeschäden führen. Lesen Sie, wie Krampfadern entstehen, wie sie sich entfernen lassen und was Sie selbst dagegen tun können.

Mann, der sich schwarze Kompressionsstrümpfe anzieht.
Kompressionsstrümpfe können helfen, die Beschwerden bei Krampfadern deutlich zu lindern.
© Lacheev/iStockphoto
Inhaltsverzeichnis

Überblick

Krampfadern sind dauerhaft erweiterte und meist geschlängelt verlaufende Venen, die vor allem an den Beinen auftreten. Sie entstehen durch eine Schwäche der Venenklappen, die den Rückfluss des Blutes zum Herzen nicht mehr ausreichend gewährleisten. Das Blut staut sich in den Beinvenen – sie dehnen sich und werden sichtbar.

Rund ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland ist betroffen – Frauen häufiger als Männer. Krampfadern sind eine Form der chronischen Venenerkrankung und können von leichten Beschwerden bis zu ernsthaften Komplikationen reichen. Sie treten vermehrt mit zunehmendem Alter, bei Bewegungsmangel oder genetischer Veranlagung auf.

Symptome von Krampfadern

Krampfadern zeigen sich nicht nur äußerlich. Sie können auch Beschwerden verursachen, insbesondere bei längerem Stehen oder Sitzen.

  • Sichtbare, bläulich hervortretende Venen an den Beinen
  • Spannungs- oder Schweregefühl
  • Schwellungen (v. a. abends oder bei Hitze)
  • Schmerzen oder Ziehen in den Beinen
  • Nächtliche Wadenkrämpfe
  • Juckreiz oder Hautveränderungen

In fortgeschrittenen Stadien kann es zu Hautverfärbungen, Ekzemen oder schlecht heilenden Wunden (offenes Bein) kommen. Krampfadern mit Schmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden.

Verlauf

Krampfadern entwickeln sich meist schleichend über Jahre. Anfangs verursachen sie kaum Beschwerden, doch ohne Behandlung kann sich die Venenfunktion weiter verschlechtern. Im Verlauf steigt das Risiko für Thrombosen, Venenentzündungen (Phlebitis) oder chronische Hautveränderungen.

In schweren Fällen drohen offene Beine (Ulcus cruris) oder eine chronisch-venöse Insuffizienz. Deshalb ist es wichtig, Krampfadern frühzeitig zu erkennen und zu behandeln – auch wenn sie zunächst harmlos erscheinen.

Ursachen von Krampfadern

Hauptursache ist eine angeborene oder im Laufe des Lebens erworbene Schwäche der Venenklappen. Diese Klappen verhindern normalerweise, dass das Blut in den Beinvenen zurücksackt – sie sorgen dafür, dass es entgegen der Schwerkraft zum Herzen fließt.

Risikofaktoren für Krampfadern:

  • Genetische Veranlagung
  • Bewegungsmangel, langes Sitzen oder Stehen
  • Übergewicht
  • Schwangerschaft (durch hormonelle Veränderungen und Druck auf die Beckenvenen)
  • Höheres Lebensalter

Auch Hormone – etwa durch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel – können die Venenwände beeinflussen.

Diagnose

Die Diagnose stellt meist eine Hausärztin, ein Phlebologe oder ein Lymphologe. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.

Typische Untersuchungsmethoden

  • Anamnese und körperliche Inspektion der Beine
  • Ultraschall (Duplexsonographie) zur Beurteilung des Blutflusses
  • Licht- oder Infrarot-Reflexions-Rheographie bei Bedarf

Wichtig ist die frühzeitige Abklärung, auch bei noch geringen Beschwerden – so können spätere Komplikationen verhindert werden.

Behandlung

Je nach Ausprägung und Beschwerden stehen verschiedene Behandlungsansätze zur Verfügung.

Möglichkeiten, Krampfadern zu entfernen oder zu behandeln

  • Kompressionstherapie mit Stütz- oder Kompressionsstrümpfen
  • Verödungstherapie (Sklerotherapie) mit Injektionen
  • Laser- oder Radiofrequenzbehandlung
  • Operative Entfernung (Stripping oder Miniphlebektomie)

Die Wahl des Verfahrens hängt vom Befund, dem Alter der Betroffenen und eventuellen Vorerkrankungen ab. In jedem Fall sollte die Therapie von einer Fachperson begleitet werden.

Was die Apotheke rät

Neben der ärztlichen Therapie können auch rezeptfreie Mittel und bewährte Hausmittel aus der Apotheke helfen, Krampfadern zu lindern bzw. Krampfadern vorzubeugen.

  • Venencremes oder -gele mit Rosskastanie, rotem Weinlaub oder Heparin
  • Kompressionsstrümpfe in passender Stärke
  • Anwendung von Kälte (Wechselduschen, Kühlgel)

Beliebte Krampfadern-Hausmittel und Tipps:

  • Beine hochlagern, wann immer möglich
  • Wechselbäder zur Förderung der Durchblutung
  • Bewegung: Spazierengehen, Radfahren, Venengymnastik
  • Übergewicht vermeiden
  • Flache Schuhe tragen und enge Kleidung meiden

Viele Apotheken bieten eine individuelle Venenberatung oder Venenmessung an. Hausmittel können die ärztliche Therapie unterstützen, ersetzen sie aber nicht. Wichtig ist die regelmäßige Anwendung.

Kurz zusammengefasst

  • Krampfadern sind erweiterte Venen, meist an den Beinen.
  • Symptome reichen von Spannungsgefühl bis zu Schmerzen und Hautveränderungen.
  • Ursachen: genetische Veranlagung, Bewegungsmangel, Schwangerschaft.
  • Behandlung: Kompression, Verödung, Laser, OP – Krampfadern entfernen ist heute gut möglich.
  • Vorbeugung durch Bewegung, Hausmittel und frühe Diagnose.

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