Die Zahl der Krebsfälle steigt seit Jahren. Das liegt vor allem daran, dass Menschen älter werden und die Weltbevölkerung wächst. Für jeden Einzelnen bedeutet das: Wer bekannte Risiken reduziert und angebotene Vorsorgeuntersuchungen nutzt, kann seine Chancen deutlich verbessern, Krebs früh zu erkennen oder ihm sogar vorzubeugen.
Jeder fünfte Mensch erkrankt im Laufe des Lebens
Im Jahr 2024 erhielten weltweit knapp 21 Millionen Menschen die Diagnose Krebs. Rund 9,8 Millionen starben an den Folgen der Erkrankung. Nach Schätzungen könnte die Zahl der Neuerkrankungen bis 2050 auf etwa 34 Millionen steigen.
Trotz dieser Entwicklung unterscheiden sich die Erkrankungs- und Sterberaten zwischen den Ländern deutlich. Ein wichtiger Grund ist der unterschiedlich gute Zugang zu Vorsorge, Früherkennung und moderner Behandlung.
Lungenkrebs bleibt die häufigste Todesursache
Lungenkrebs verursacht weltweit weiterhin die meisten Krebstodesfälle. Im Jahr 2024 wurden rund 2,6 Millionen Neuerkrankungen und etwa 1,9 Millionen Todesfälle registriert. Rauchen bleibt dabei der wichtigste Risikofaktor.
Zu den häufigsten Krebsarten zählen außerdem Brustkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs, Magenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Leberkrebs, Blasenkrebs und Gebärmutterhalskrebs. Bauchspeicheldrüsenkrebs tritt zwar seltener auf, verläuft aber häufig besonders schwer.
Diese Maßnahmen können das Krebsrisiko senken
Nach Einschätzung der Autoren ließe sich nahezu die Hälfte aller Krebstodesfälle durch vermeidbare Risikofaktoren beeinflussen. Besonders wichtig sind:
- nicht rauchen
- Alkohol möglichst einschränken
- Normalgewicht halten
- sich täglich ausreichend bewegen
- Infektionen vorbeugen, die Krebs begünstigen können
Auch Impfungen spielen eine wichtige Rolle. So kann die HPV-Impfung das Risiko für Gebärmutterhalskrebs deutlich senken.
Früherkennung kann Leben retten
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen dabei, Krebs in einem frühen Stadium zu entdecken. Dann sind die Heilungschancen oft deutlich besser.
Manche Untersuchungen können sogar verhindern, dass Krebs überhaupt entsteht. Bei einer Darmspiegelung lassen sich beispielsweise Krebsvorstufen entfernen, bevor daraus ein Tumor entsteht.
Was hinter den neuen Zahlen steckt
Die Daten stammen aus der internationalen Krebsdatenbank GLOBOCAN der International Agency for Research on Cancer (IARC), einer Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Ausgewertet wurden Krebsdaten aus 186 Ländern. Veröffentlicht wurde der Report im Fachjournal CA: A Cancer Journal for Clinicians.
Die Ergebnisse zeigen vor allem eines: Moderne Therapien bleiben wichtig. Genauso entscheidend sind jedoch Vorsorge, Früherkennung und ein Lebensstil, der bekannte Krebsrisiken möglichst gering hält.
Quelle: DOI 10.3322/caac.70090