Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen – und die Zahlen werden einer Prognose nach weltweit hoch bleiben: Trotz Fortschritten in der Brustkrebstherapie wird international ein Anstieg der Neuerkrankungen von 2,3 Millionen im Jahr 2023 auf über 3,5 Millionen im Jahr 2050 vorhergesagt. Das betrifft vor allem Länder mit geringem und mittlerem Einkommen, stellt eine Studie in dem Fachmagazin „The Lancet Oncology“ fest.
Von den 2,3 Millionen neuen Brustkrebsfällen im Jahr 2023 weltweit stammen 73 Prozent aus Ländern mit hohem und oberem mittlerem Einkommen. Die Rate an Erstdiagnosen ist damit in Ländern mit hohem Einkommen weiterhin am höchsten, sie steigt in Ländern mit niedrigem Einkommen aber schneller.
In reichen Ländern sterben weniger Frauen an Brustkrebs
Die altersstandardisierte Sterblichkeit durch Brustkrebs ist in Ländern mit hohem Einkommen zwischen 1990 und 2023 im Schnitt um 30 Prozent gesunken, auf 16 Todesfälle pro 100.000 Frauen. In Ländern mit niedrigem Einkommen hat sie sich dagegen fast verdoppelt und liegt bei 24 Todesfällen pro 100.000 Frauen.
„Frauen in Ländern mit hohem Einkommen profitieren von Vorsorgeuntersuchungen, frühzeitiger Diagnose und umfassenden Behandlungsstrategien. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen erhalten Betroffene ihre Diagnose dagegen oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Zudem haben sie nur einen eingeschränkteren Zugang zu qualitativ hochwertiger Versorgung“, erklärte Kayleigh Bhangdia von der Universität Washington in einer Mitteilung zur Veröffentlichung.
Anstieg von Brustkrebs vor den Wechseljahren
Die Zahl der Neuerkrankungen bei Frauen im Alter von 20 bis 54 Jahren ist seit 1990 um 29 Prozent gestiegen. Das könnte bedeuten, dass sich Risikofaktoren verändert haben, die sich zwischen prä- und postmenopausalen Frauen unterscheiden.
Ein gesunder Lebensstil könnte die Raten senken
Im Jahr 2023 waren 28 Prozent der verlorenen gesunden Lebensjahre durch Brustkrebs auf sechs beeinflussbare Risikofaktoren zurückzuführen:
- 11 Prozent gingen auf einen hohen Konsum von rotem Fleisch zurück
- 8 Prozent auf Tabakkonsum einschließlich Passivrauchen
- 6 Prozent auf hohen Blutzucker
- 4 Prozent auf Übergewicht und Adipositas
- 2 Prozent auf Alkohol
- 2 Prozent auf zu wenig Bewegung
„Da mehr als ein Viertel der weltweiten Brustkrebsfälle auf sechs beeinflussbare Lebensstilfaktoren zurückzuführen ist, bieten sich enorme Möglichkeiten, das Brustkrebsrisiko für die nächste Generation zu senken“, betonte Dr. Marie Ng von der Universität Singapur.
Quelle: DOI 10.1016/S1470-2045(25)00730-2