SeniorenArzneimittel

Medikamente einnehmen: So geht es leichter

Apothekerin Katrin Schmitt  |  15.01.2021

Die 78-jährige Frau Klein sieht nicht gut. Ihre Augen können den schnell fallenden Schmerztropfen beim Zählen kaum folgen. "Es geht ja nicht anders!", denkt sie und führt zitternd den Löffel zum Mund. Doch! Es geht anders. Wenn Sie oder Angehörige vor einem ähnlichen Berg an Problemen stehen, gibt es Tricks und Hilfsmittel, um Einnahme und Anwendung der Medikamente für Senioren zu erleichtern.

Ältere Mann, hält ein Glas Wasser und eine Tablette in der Hand.
Es gibt einfache Tricks, um Kapseln und Tabletten leichter zu schlucken.
© seb_ra/iStockphoto

Tablettenteilen stellt eine motorische Herausforderung dar. Es gibt spezielle Tablettenteiler, doch selbst die erfordern oft viel Kraft. Ein Tipp, um den Problemen vorzubeugen: Der Arzt kann häufig eine geringere Stärke verordnen. Dient das Teilen nur dazu, die Tablette schluckbar zu machen, eigenen sich andere Methoden besser.

Besser schlucken

Wissenschaftler haben erarbeitet, wie feste Medikamente am leichtesten die Kehle hinuntergleiten. Tabletten etwa legt man auf die Zunge und schluckt, während man Wasser aus einer weichen Plastikflasche einsaugt, sodass sich die Flasche eindellt. Kapseln platziert man auf der Zunge, nimmt einen Schluck Wasser, neigt den Kopf nach vorne und schluckt die Kapsel so fast unbemerkt. Außerdem helfen Gele, mit denen man Tabletten
überziehen kann, damit sie besser rutschen. Apotheker raten, Tabletten nur nach Rücksprache zu zerdrücken und Kapseln nicht einfach zu öffnen. Auch wenn es das Schlucken angenehmer macht – die Wirksamkeit kann darunter leiden.

Flüssiges ist eine Lösung

Alternativ können Ärzte und Apotheker auch zu einer anderen Arzneiform raten. Viele Wirkstoff e gibt es etwa als Saft oder Tropfen. Wer hier befürchtet, ungenaue Dosierlöffel in den Mund balancieren zu müssen, kann beruhigt sein. Dosierspritzen gehören mittlerweile zu vielen Säften dazu. In der Apotheke sind solche Spritzen sogar mit Flaschenhals-Adapter ergänzend zu Tropfflaschen erhältlich. Damit entfällt fehlerbehaftetes Tropfenzählen. Als Hilfestellung kann das Apothekenteam das der Anzahl der verordneten Tropfen entsprechende Volumen auf der Spritzenskala markieren. Zudem unterstützt die Apotheke gerne beim ersten Öffnen, wenn sich die Versiegelung der Flasche schwierig lösen lässt.

Damit es gut ins Auge geht

Um Quetschflaschen und Einmalampullen einen Tropfen zu entringen, bedarf es ebenfalls oft einiger Kraft und Feinmotorik – und das auch noch zielsicher über dem Auge. Eintropfhilfen für Augentropfen erleichtern sowohl Ausdrücken als auch Treffen. Die Fläschchen kurz vor dem Eintropfen zwischen beiden Händen wärmen. So wird das Plastik weicher und lässt sich besser drücken. Eine bequeme Tropf-Variante: Flach auf dem Rücken liegend, ohne Kissen, kann man die Tropfen auch in den inneren Winkel der (halb-) geschlossenen Augen dosieren. Öffnet man die Lider wieder, läuft der Tropfen ins Auge. Für befeuchtende Augentropfen gibt es unterschiedliche Dosiersysteme. So stellen einige Firmen sogar befeuchtende Sprays her, die man auch auf das geschlossene Auge sprühen kann.

Roller oder Spray als Alternative

Manche Wirkstoff e aus Schmerzgelen oder Antipilzcremes erhält man darüber hinaus als Roller oder Spray, das sogar mit dem Sprühkopf nach unten funktioniert. Auch mit starren Gelenken reicht man so an entfernte Körperstellen heran. Selbst für Spritzen steht eine automatische Spritzhilfe bereit. Der Berg an Problemen ist also oft nicht so hoch wie gedacht. Es kommt nur auf die richtige Ausrüstung an. Fragen Sie in Ihrer Apotheke, Ihrem Ausrüster vor Ort.

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