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Menstruationsstörungen bei jungen Sportlerinnen häufig

Dr. Karen Zoufal  |  09.11.2020

Im Vergleich zu jungen Frauen, die keinen Sport treiben, haben Athletinnen eher einen gestörten Monatszyklus. Bei ihnen setzt die erste Periode später ein, außerdem dauert ihr Zyklus oft mehr als 35 Tage oder die Periode bleibt für mindestens drei aufeinanderfolgende Monate komplett aus. Das zeigt eine neue Studie aus Finnland.

 Das Ausbleiben der Periode ist bei jungen Frauen, die viel Sport treiben, keine Seltenheit.
Das Ausbleiben der Periode ist bei jungen Frauen, die viel Sport treiben, keine Seltenheit.
© iStock.com/lzf

Bei Teenagern zwischen 14 bis 16 Jahren sind Menstruationsstörungen keine Seltenheit: 18 Prozent berichteten in der vorliegenden Studie davon, egal ob sie häufig Sport trieben oder nicht. Acht Prozent der Athletinnen hatten bis zum Alter von 15 Jahren jedoch gar keine Menstruation, was bei den Nicht-Sportlerinnen nicht vorkam. Im Alter von 18 bis 20 Jahren hatten 39 Prozent der Sportlerinnen und nur 6 Prozent der Nicht-Sportlerinnen Menstruationsstörungen. Dies zeigt eine neue Studie, die im Fachblatt "Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports" veröffentlicht wurde. Als Sportlerinnen galten Frauen, die mindestens viermal pro Woche in einem Sportverein trainierten. Nicht-Sportlerinnen gehörten keinem Sportverein an.

Die Gründe dafür wurden in der Studie nicht untersucht. Die Forscher gehen aber davon aus, dass die Menstruationsstörungen möglicherweise durch eine unzureichende Energieaufnahme im Verhältnis zum Energieverbrauch beim Training ausgelöst werden. "Der menschliche Körper ist weise und ordnet in solchen Situationen den überlebenswichtigen Funktionen Energie zu und reduziert die Energieverteilung für die nicht so lebenswichtigen Systeme wie die Fortpflanzung", erklärt Suvi Ravi, Doktorandin an der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der Universität Jyväskylä in Finnland.

In der Studie wurde auch die Unzufriedenheit mit dem Körpergewicht unter den Teilnehmerinnen erfasst: Athleteninnen waren mit ihrem Gewicht insgesamt zufriedener. Dennoch waren etwa 20 Prozent der Sportlerinnen und 40 Prozent der Nicht-Sportlerinnen unzufrieden mit ihrem Körpergewicht – ein besorgniserregender Befund, weil dies zu Essstörungen führen kann.

Quelle: DOI 10.1111/sms.13838

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