Mundschleimhautentzündung

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  23.12.2025 00:00 Uhr

Entzündungen sind Abwehrreaktionen des Körpers auf schädigende Einflüsse. Eine Mundschleimhautentzündung geht meist auf örtliche Reizungen oder Infektionen zurück. Sie tritt häufig gemeinsam mit einer Zahnfleischentzündung auf.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Die Mundschleimhautentzündung ist eine entzündliche Reaktion der Schleimhaut, die den Mundraum auskleidet. Sie kann lokal begrenzt oder die gesamte Mundhöhle betreffen. Die Schleimhaut ist im gesunden Zustand feucht und rosig, bei einer Entzündung jedoch gerötet, geschwollen und oft schmerzhaft. Die Erkrankung kann als eigenständiges Krankheitsbild auftreten oder Begleiterscheinung anderer Erkrankungen sein.

Symptome/Verlauf

Zu den typischen Beschwerden zählen Schmerzen, Brennen, Rötung und Schwellung der Schleimhaut. Häufig treten Bläschen, Geschwüre oder weissliche Beläge auf. Die Entzündung führt oft zu Mundgeruch, Geschmacksverlust und Schluckbeschwerden. In schweren Fällen kommt es zu Schleimhautblutungen oder es stirbt sogar Gewebe ab. Die Erkrankung erreicht meist nach einer Woche ihren Höhepunkt und klingt innerhalb von zwei bis drei Wochen ab.

Folgen/Komplikationen

Unbehandelt kann die Entzündung zu starken Schmerzen und Einschränkungen beim Essen und Trinken führen. In schweren Fällen drohen Schleimhautverletzungen, Infektionen mit weiteren Erregern oder eine Ausbreitung auf andere Bereiche wie das Zahnfleisch. Chronische Verläufe sind möglich, besonders bei geschwächtem Immunsystem oder bestehenden Grunderkrankungen wie Diabetes.

Ursachen/Risikofaktoren

Die wichtigsten Ursachen und Risikofaktoren sind:

  • Infektionen durch Viren (zum Beispiel Herpes), Bakterien oder Pilze
  • mechanische Reizungen durch Zahnspangen oder Zahnersatz
  • Verbrennungen durch heisse Speisen oder Getränke
  • chemische Reizstoffe wie Alkohol oder aggressive Mundspülungen
  • allergische Reaktionen auf Lebensmittel oder Zahnpflegeprodukte
  • Vitamin- oder Nährstoffmangel, etwa B12, Eisen oder Folsäure
  • Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn oder Lupus
  • unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten wie Chemotherapeutika oder Immunsuppressiva
  • chronische Erkrankungen wie Diabetes

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Er behandelt je nach Ursache mit antiviralen, antibakteriellen oder pilzbekämpfenden Medikamenten. Schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkstoffe können zusätzlich helfen. Desinfizierende Mundspülungen mit Chlorhexidin oder pflanzlichen Extrakten wie Kamille oder Salbei unterstützen die Heilung.
Das kann man selbst tun: Gute Mundhygiene, Vermeidung reizender Speisen und ausreichende Flüssigkeitszufuhr tragen zur Besserung bei. Grenzen sind erreicht, wenn starke Schmerzen, Fieber oder wiederkehrende Entzündungen auftreten. Dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Quellenangaben:
Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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