Alles spannt, die Zunge ist pelzig, das Schlucken mühsam. Bei Mundtrockenheit fehlt die feuchtmachende Wirkung des Speichels an allen Ecken und Enden. Was die Speicheldrüsen lahmlegt und wie man Abhilfe schaffen kann, lesen Sie hier.
Es gibt die unterschiedlichsten Ursachen für ein Versiegen der Speicheldrüsen. So legen Bestrahlungen bei Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich die Speicheldrüsen regelrecht trocken, genauso aber auch Diabetes, Aids oder Mumps. Und eine spezielle Rheumaart, das Sjögren-Syndrom, beeinflusst sowohl die Speichel- als auch die Tränendrüsen.
Die häufigste Ursache der Mundtrockenheit, die Fachleute Xerostomie nennen, sind Medikamente. In der Tat tritt ein trockener Mund bei mehr als 400 Arzneistoffen als Nebenwirkung auf. Darunter so bekannte Mittel wie Antiallergika mit Diphenhydramin oder Dimetinden, Mittel gegen Depressionen wie Amitriptylin oder Blutdrucksenker wie Clonidin (übrigens auch in Glaukom- Augentropfen), Nifedipin, manche ACE-Hemmer und Betablocker.
Wenn der trockene Mund auf das Konto von Arzneimitteln geht, kann der Arzt prüfen, ob es eine medikamentöse Alternative gibt, die die Speicheldrüsen nicht beeinträchtigt. Ist keine vorhanden, kann künstlicher Speichel in Form von Mundspülungen, -gels oder -sprays die Beschwerden mildern. Diese enthalten zum Beispiel Enzyme wie Lactoferrin und Inhaltsstoffe, die dem natürlichen Speichel nachempfunden sind. So bringen Sprays, die eine Mischung verschiedener Mineralsalze sowie Carmellose oder andere Cellulosederivate enthalten, für etwa ein bis zwei Stunden Feuchtigkeit in den Mund. Ein Pumpspray mit dem Schleimstoff Mucin bindet ebenfalls Feuchtigkeit und bildet einen Gleitfilm im Mund.
Eine weitere Möglichkeit, den unangenehmen Beschwerden beizukommen: Dexpanthenolhaltige Tabletten oder Sprays regen den Speichelfluss an. Zusätzlich können Xylit-haltige Bonbons und Kaugummis mit Zitrusaroma für Feuchte im Mund sorgen. Versiegende Speicheldrüsen durch das Sjögren-Syndrom oder nach Bestrahlungen bei Krebserkrankungen lassen sich mit dem verschreibungspflichtigen Arzneistoff Pilocarpin-Hydrochlorid behandeln.
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