Krankheitsbild
Eine Myopathie beschreibt unterschiedliche Erkrankungen, die die Muskeln betreffen. Die Beschwerden entwickeln sich je nach Form langsam oder plötzlich. Häufig werden alltägliche Bewegungen wie Treppensteigen, Tragen oder Aufstehen aus dem Sitzen schwieriger. Die Muskulatur wirkt häufig kraftlos, ohne dass Gelenke oder Nerven primär beteiligt sind. Manche Formen haben erbliche Ursachen, andere entstehen durch Entzündungen, Stoffwechselstörungen oder bestimmte Medikamente.
Symptome/Verlauf
Die Anzeichen variieren je nach Ursache. Häufig treten auf:
- muskelbedingte Schwäche, vor allem an Oberarmen und Oberschenkeln
- Muskelschmerzen oder Muskelermüdung
- Probleme beim Heben von Gegenständen oder beim Gehen
- Krampfneigung oder steife Muskulatur
Der Verlauf reicht von milden Einschränkungen bis zu deutlicher Muskelabbau. Bei manchen Myopathien schreiten die Beschwerden langsam voran während besonders bei entzündlichen Formen akute Phasen mit Verschlechterung auftreten können.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann es zu fortschreitender Muskelschwäche kommen, die den Alltag erheblich beeinflusst. Manche Betroffene entwickeln Probleme beim Gehen oder bei feinmotorischen Tätigkeiten. Selten trifft es die Atem- oder Schluckmuskulatur, was dann zusätzliche Risiken mit sich bringt. Eine starke Muskelschwäche erhöht die Sturzgefahr und schränkt zudem die Selbstständigkeit ein.
Ursachen/Risikofaktoren
Myopathien können verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören erbliche Veränderungen, Entzündungen, hormonelle Störungen, Mangel an bestimmten Enzymen oder Nebenwirkungen von Medikamenten, etwa bestimmte Cholesterinsenker. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem eine familiäre Vorbelastung, bestehende Stoffwechselerkrankungen oder längere Einnahme einiger Medikamente. Bei einigen Myopathien bleibt der genaue Grund unklar.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er klärt die Ursache ab und behandelt je nach Form zum Beispiel mit entzündungshemmenden Wirkstoffgruppen oder gezielten Therapien zur Stabilisierung der Muskulatur.
Das kann man selbst tun: Schonende Bewegung, leichte Kraftübungen und eine ausreichende Ernährung unterstützen die Betroffenen. Grenzen bestehen, wenn die Schwäche rasch zunimmt, starke Schmerzen auftreten oder Atem- und Schluckbeschwerden entstehen. Dann ist ärztliche Hilfe sofort erforderlich.
Quellenangaben:
Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.