Krankheitsbild
Die Ozäna ist eine Form der chronischen Nasenentzündung, bei der die Schleimhaut in der Nase zunehmend schrumpft. Dadurch werden die Nasengänge ungewöhnlich weit und trocknen stark aus. Auf den entstehenden Krusten siedeln sich Bakterien an, die den für die Erkrankung typischen, sehr unangenehmen Geruch verursachen. Typisch ist, dass die Betroffenen selbst diesen Geruch nicht bemerken, während das Umfeld ihn deutlich wahrnimmt.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam und bleiben anfangs unauffällig. Typische Anzeichen sind:
- starke Trockenheit der Nase
- Bildung von dicken Krusten und Borken
- eingeschränkter Geruchssinn
- gelegentlich Nasenbluten
- fauliger Geruch aus der Nase
Im Verlauf kann die Schleimhaut weiter schrumpfen und die Beschwerden verstärken sich. Manche Betroffene entwickeln zusätzlich ein Druck- oder Fremdkörpergefühl in der Nase.
Folgen/Komplikationen
Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann es zu dauerhaften Veränderungen der Nasenstruktur kommen. Die Krusten können immer wieder Infektionen begünstigen. Auch soziale Belastungen treten häufig auf, da der Geruch für das Umfeld sehr störend sein kann. In schweren Fällen kann die Erkrankung die Atmung beeinträchtigen.
Ursachen/Risikofaktoren
Bei der primären Form sind die Ursachen nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird eine erbliche Veranlagung. Häufig tritt sie bei jungen Frauen auf. Die sekundäre Form kann nach Operationen an der Nase, nach langem Gebrauch abschwellender Nasensprays oder nach anderen chronischen Erkrankungen der Nase entstehen. Auch wiederholte Infektionen oder eine sehr trockene Umgebungsluft können das Risiko erhöhen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er setzt vor allem auf sorgfältige Nasenpflege und bei Bedarf auf bestimmte Antibiotika.Das kann man selbst tun: Die Nase regelmässig mit einer Nasendusche spülen und befeuchten. Zudem abschwellend wirkende Nasensprays nur wenige Tage lang hintereinander verwenden. Grenzen der Selbstbehandlung bestehen, wenn starke Krusten Blutungen oder anhaltender Geruch auftreten. Dann ist eine ärztliche Behandlung notwendig.Quellenangabe:
Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.