Ozäna (Stinknase)

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  27.03.2026 00:00 Uhr

Die Ozäna, auch Stinknase genannt, ist eine seltene chronische Erkrankung der Nasenschleimhaut. Sie führt dazu, dass sich die Schleimhaut zurückbildet und harte Krusten entstehen, die einen starken unangenehmen Geruch verursachen. Betroffene selbst nehmen diesen Geruch meist nicht wahr. Die Erkrankung kann primär ohne erkennbare Ursache oder sekundär nach Eingriffen oder anderen Erkrankungen auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Die Ozäna ist eine Form der chronischen Nasenentzündung, bei der die Schleimhaut in der Nase zunehmend schrumpft. Dadurch werden die Nasengänge ungewöhnlich weit und trocknen stark aus. Auf den entstehenden Krusten siedeln sich Bakterien an, die den für die Erkrankung typischen, sehr unangenehmen Geruch verursachen. Typisch ist, dass die Betroffenen selbst diesen Geruch nicht bemerken, während das Umfeld ihn deutlich wahrnimmt.

Symptome/Verlauf

Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam und bleiben anfangs unauffällig. Typische Anzeichen sind:

  • starke Trockenheit der Nase
  • Bildung von dicken Krusten und Borken
  • eingeschränkter Geruchssinn
  • gelegentlich Nasenbluten
  • fauliger Geruch aus der Nase

Im Verlauf kann die Schleimhaut weiter schrumpfen und die Beschwerden verstärken sich. Manche Betroffene entwickeln zusätzlich ein Druck- oder Fremdkörpergefühl in der Nase.

Folgen/Komplikationen

Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann es zu dauerhaften Veränderungen der Nasenstruktur kommen. Die Krusten können immer wieder Infektionen begünstigen. Auch soziale Belastungen treten häufig auf, da der Geruch für das Umfeld sehr störend sein kann. In schweren Fällen kann die Erkrankung die Atmung beeinträchtigen.

Ursachen/Risikofaktoren

Bei der primären Form sind die Ursachen nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird eine erbliche Veranlagung. Häufig tritt sie bei jungen Frauen auf. Die sekundäre Form kann nach Operationen an der Nase, nach langem Gebrauch abschwellender Nasensprays oder nach anderen chronischen Erkrankungen der Nase entstehen. Auch wiederholte Infektionen oder eine sehr trockene Umgebungsluft können das Risiko erhöhen.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Er setzt vor allem auf sorgfältige Nasenpflege und bei Bedarf auf bestimmte Antibiotika.Das kann man selbst tun: Die Nase regelmässig mit einer Nasendusche spülen und befeuchten. Zudem abschwellend wirkende Nasensprays nur wenige Tage lang hintereinander verwenden. Grenzen der Selbstbehandlung bestehen, wenn starke Krusten Blutungen oder anhaltender Geruch auftreten. Dann ist eine ärztliche Behandlung notwendig.Quellenangabe:
Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast
Sport & Fitness

Im Fokus diesmal: neue Medikamente, die Menschen mit Bluthochdruck, Übergewicht und Krebs Hoffnung…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben