Krankheitsbild
Paronychie bezeichnet die Entzündung direkt am Nagelrand während Panaritium eine tiefere Infektion an Fingern oder Zehen beschreibt. Beide beginnen meist durch einen kleinen Hautriss oder eine Druckstelle. Anfangs zeigt sich meist nur eine lokale Reizung, doch die Entzündung kann sich schnell verstärken. Besonders betroffen sind Menschen, die häufig Feuchtigkeit oder mechanischer Belastung an den Händen oder Füssen ausgesetzt sind.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden treten meist plötzlich auf. Typische Zeichen sind:
- Rötung und Schwellung am Nagel oder Fingerbereich
- Druckschmerz, der sich bei Berührung verstärkt
- Wärmegefühl und manchmal pochender Schmerz
- Eiterbildung bei stärkerer Entzündung
Im Verlauf kann es zu einer Ausbreitung in tiefere Gewebeschichten kommen. Bei schweren Formen treten Bewegungsschmerzen oder eingeschränkte Fingerbeweglichkeit auf.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt können sich Abszesse bilden, die das umliegende Gewebe beschädigen. Die Entzündung kann auf Sehnenscheiden, Gelenke oder das Knochengewebe übergreifen. Dies führt zu stärkeren Schmerzen und längerer Heilungszeit. Bei tiefem Befall ist in manchen Fällen ein operativer Eingriff nötig, um das entzündete Gewebe zu entlasten oder Eiter abzuleiten.
Ursachen/Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist das Eindringen von Bakterien, meist durch kleine Verletzungen wie eingerissene Nagelhaut, winzige Schnittwunden oder falsche Nagelpflege. Auch Pilze können beteiligt sein, insbesondere bei chronischem Verlauf. Risikofaktoren sind häufige Arbeit in feuchter Umgebung, enge Schuhe, wiederholte Nagelverletzungen und bestimmte Hauterkrankungen, die die Schutzbarriere der Haut und der Nägel schwächen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung umfasst vor allem Wirkstoffgruppen, die gegen bakterielle Infektionen wirken, sowie gegebenenfalls Massnahmen zur Entlastung eines Abszesses.
Das kann man selbst tun: Betroffene Stellen bei frühen Entzündungen durch Schonung und eine passende Hautpflege unterstützen. Feuchte Umgebungen nach Möglichkeit vermeiden. Grenzen bestehen, wenn starke Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Eiterbildung oder eine Ausbreitung der Erkrankung auftritt. Dann ist eine ärztliche Behandlung erforderlich. Das gilt generell bei immungeschwächten Personen oder Diabetikern.
Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.