Gesund leben

Probiotika: Gut gewappnet gegen Winterinfekte

13.09.2012

Studien zeigen: Wer Probiotika einnimmt, fängt sich im Winter seltener einen Infekt ein und wird zudem schneller wieder gesund. Auch bei Durchfall und sogar bei Impfungen haben sich die gesunden Bakterien bereits bewährt.

Vater, Mutter, Kind liegen auf dem Bauch unter einer Bettdecke und putzen sich die Nasen
Wer auf die typische Erkältung im Winter verzichten möchte, sollte es einmal mit Probiotika versuchen.
© Fotowerk - Fotolia

Probiotika: Gut gewappnet gegen Winterinfekte

Studien zeigen: Wer Probiotika einnimmt, fängt sich im Winter seltener einen Infekt ein und wird zudem schneller wieder gesund. Auch bei Durchfall und sogar bei Impfungen haben sich die gesunden Bakterien bereits bewährt.

Seit einigen Jahren haben sie einen festen Platz in den Supermarktregalen. Probiotische Joghurts, Trinkjoghurts und andere Milchprodukte, Müslis oder Säuglingsnahrungen. Das Besondere an diesen Produkten: Sie wimmeln vor Bakterien, die den Attacken von Magensäure und Verdauungsenzymen widerstehen und lebend in den Darm gelangen. Dort angekommen, sollen sie der Gesundheit in vielerlei Hinsicht guttun. Zum Einsatz kommen meist Milchsäurebakterien der Gattungen Lactobacillus und Bifidobacterium. Im Dickdarm siedeln sie sich vorübergehend an, gesellen sich zu den bereits vorhandenen Darmbakterien und verschieben die dortigen Mehrheitsverhältnisse in eine besonders günstige Richtung.

"Gespräche" im Immunsystem

Lange Zeit ahnte man nicht, wie wichtig die Darmbakterien für die Gesundheit sind. Seit einigen Jahren sind Wissenschaftler jedoch in der Lage, deren Lebensweise zu erforschen, und befördern erstaunliche Erkenntnisse ans Tageslicht. Faszinierend sind vor allem die fein ausgeklügelten "Gespräche" zwischen Immunsystem und Darmbakterien. Sie führen letztendlich dazu, dass krankmachende Bakterien weniger Chancen haben, sich im Körper einzunisten.

Zu diesem Zweck verdrängen die Darmbakterien unerwünschte Eindringlinge von ihren Andockstationen in der Darmschleimhaut und produzieren Stoffe, die ihnen den Garaus machen. Darüber hinaus stärken sie die Infektabwehr des Körpers, indem sie die Bildung schlagkräftiger Immunzellen veranlassen.

Diese Wirkungen machen sich unter anderem bei typischen Winterinfekten wie zum Beispiel Husten, Schnupfen oder Bronchitis bemerkbar. Eine Reihe von Studien zeigt: Wer Probiotika einnimmt, erkrankt seltener an Infekten der oberen Atemwege und wenn doch, verlaufen sie weniger heftig und sind schneller überstanden. Bei Kindern führte dies zur Einsparung von Antibiotika und weniger Fehlzeiten im Kindergarten.

Jede Bakterienart hat andere Effekte

Noch besser belegt ist, dass Probiotika das Risiko für Durchfallerkrankungen senken und deren Dauer um ungefähr einen Tag verkürzen können. Dies gilt für virusbedingte Durchfälle bei Kindern und Erwachsenen, für Reisedurchfälle und Durchfälle, die nach der Einnahme von Antibiotika auftreten. Interessanterweise verlaufen auch Impfungen erfolgreicher, wenn Probiotika die Darmbakterien unterstützen. Dies zeigen verschiedene Studien, bei denen Probanden gegen das Durchfall auslösende Rotavirus, gegen Kinderlähmung und Grippe geimpft wurden. In den Probiotikagruppen bildeten sich mehr Antikörper – eine positive Reaktion, die einen besseren Infektionsschutz bietet.

Dass es mittlerweile einige Studien gibt, liegt an der Functional-Food-Verordnung der Europäischen Union. Lebensmittel, die einen gesundheitlichen Nutzen versprechen, müssen dies mittlerweile wissenschaftlich belegen.

Einige Einschränkungen gibt es trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse: Zum einen können sich Probiotika nicht auf Dauer im Darm ansiedeln und müssen deshalb am besten täglich in ausreichender Dosis zugeführt werden. Die erforderlichen Mengen von bis zu einer Milliarde Bakterien stecken in der Regel in verzehrsüblichen Portionen probiotischer Produkte oder in Präparaten aus der Apotheke. Zum anderen kann man nicht pauschal von Probiotikawirkungen sprechen. Jeder Bakterienstamm hat eigene Effekte, die nicht für einen anderen Stamm gelten. Positive Ergebnisse aus Probiotikastudien lassen sich daher nicht verallgemeinern.

Dipl. oec. troph. Dorothee Hahne

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