Hormonpflaster waren in einer Studie bei lokalem, fortgeschrittenem Prostatakrebs ähnlich wirksam wie Spritzen – mit Vorteilen bei der Anwendung.

Mit Hormonpflastern, die über die Haut wirken, kamen Patienten mit lokalem, fortgeschrittenem Prostatakrebs zu einem ähnlich guten Ergebnis wie mit Spritzen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, auf die das University College London hinweist. Ziel der Hormongabe ist es, den Testosteronspiegel zu senken: Testosteron fördert das Wachstum von Tumorzellen. Dabei gaben die Hormonpflaster Oestradiol ab, während die Spritzen Gonadoliberin (LHRH) abgaben.
An der Studie nahmen 1.360 Männer mit lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs teil. Sie waren im Mittel (Median) 72 Jahre alt und erhielten entweder Hormonpflaster oder die Spritzen. Das Forschungsteam betrachtete die Therapie als erfolgreich, wenn die Männer mindestens drei Jahre lang ohne Metastasen überlebten. Dabei erwiesen sich beide Therapieformen als ähnlich erfolgreich: Denn 87 Prozent der Männer erreichten das Ziel mit den Pflastern und 86 Prozent der Männer mit den Spritzen.
Allerdings unterschied sich das Nebenwirkungsprofil zwischen beiden Therapieformen: Mit den Pflastern hatten 44 Prozent, mit den Spritzen 89 Prozent der Männer Hitzewallungen. Auch brachen sich weniger Männer mit Pflastern innerhalb von fünf Jahren nach der Studie Knochen (2,8 Prozent) als Männer mit Spritzen (5,8 Prozent). Das könnte auf Auswirkungen auf die Knochendichte hinweisen.
Bei der Vergrößerung des Brustgewebes waren die Spritzen im Vorteil: Diese Nebenwirkung trat bei 42 Prozent der Männer mit Spritzen auf, aber bei 85 Prozent der Männer mit Pflastern.
Die Forschenden sehen in den Pflastern eine wichtige Ergänzung der Therapie. Studienleiterin Professor Ruth Langley erklärt in der Mitteilung: „Wir sind überzeugt, dass unsere Ergebnisse dazu führen sollten, dass Männer mit lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs die Hormontherapie wählen können, die am besten zu ihnen passt.“
Simon Grieveson von Prostate Cancer UK schlussfolgert: „Diese Hautpflaster sind einfacher anzuwenden und weniger belastend und könnten Männern mehr Wahlmöglichkeiten bei ihrer Behandlung geben – je nachdem, was ihnen wichtig ist und wie sie leben.“ Ein weiterer Punkt des Colleges: Mit der Anwendung der Hautpflaster zuhause ersparten sich die Patienten auch den Besuch der Arztpraxis.
Allerdings gilt: Solche Entscheidungen sollten immer gemeinsam mit dem behandelnden Arzt, der behandelnden Ärztin getroffen werden.
Quelle: DOI 10.1056/NEJMoa2511781
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