SeniorenGesundheit

Schlechte Nierenfunktion erhöht das Risiko für Demenz

Dr. Karen Zoufal  |  06.05.2021

Bei einer chronischen Nierenerkrankung verlieren die Nieren zunehmend die Fähigkeit, Abfallstoffe aus dem Blut zu filtern und Harn zu produzieren. Eine neue Studie zeigt, dass Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion ein höheres Risiko haben, an Demenz zu erkranken.

Hände, halten eine Niere aus Papier in den Händen.
Die Niere ist unter anderem dafür zuständig, giftige Abbauprodukte aus dem Körper herauszufiltern.
© ThitareeSarmkasat/iStockphoto

Anhand von Bluttests schätzten die Forscher die Nierenfunktion der Studienteilnehmer und untersuchten, ob diese mit dem Auftreten von Demenz im Zusammenhang stand. Sie beobachteten, dass mit abnehmender Nierenfunktion die Wahrscheinlichkeit für eine Demenz stieg: Bei Menschen mit einer normalen Nierenfiltrationsrate von 90 bis 104 Millilitern pro Minute traten pro 1.000 Personenjahre sieben Fälle von Demenz auf. Bei Menschen mit einer schweren Nierenerkrankung und einer Filtrationsrate von weniger als 30 Millilitern pro Minute kam es dagegen pro 1.000 Personenjahren zu 30 Fällen von Demenz. Die Studie wurde im Fachmagazin „Neurology“ veröffentlicht.

Mit abnehmender Nierenfunktion steigt das Risiko

Unter Berücksichtigung anderer Faktoren, die das Demenzrisiko beeinflussen, errechneten die Forscher, dass Menschen mit einer mittelschweren chronischen Nierenerkrankung (Filtrationsraten von 30 bis 59 ml/min) ein um 71 Prozent höheres Risiko hatten, eine Demenz zu entwickeln als Menschen mit einer normalen Nierenfunktion. Bei Menschen mit noch geringeren Filtrationsraten war das Risiko um 162 Prozent höher. Demnach könnten zehn Prozent aller Demenzfälle auf mittelschwere bis schwere Nierenerkrankungen zurückgeführt werden.

Die Forscher analysierten Daten von fast 330.000 Menschen ab 65 Jahren, die durchschnittlich fünf Jahre lang beobachtet wurden. Keiner der Teilnehmer hatte zu Beginn der Studie eine Demenz oder eine schwere Nierenerkrankung. Im Verlauf der Studie wurde bei 18.983 Personen bzw. sechs Prozent der Teilnehmer Demenz diagnostiziert.

Chronische Nierenerkrankungen treten im Alter häufig auf. Da jedoch bei vielen Menschen erst in einem fortgeschrittenen Stadium Symptome auftreten, wissen schätzungsweise 90 Prozent der Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung.

Quelle: DOI 10.1212/WNL.0000000000012113

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