Schon zwei Gläser Alkohol pro Tag: Studie sieht höheres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Wolf Löchel  |  01.07.2026 09:21 Uhr

Schon zwei kleine Gläser Alkohol pro Tag könnten ausreichen, um das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erhöhen. Darauf deutet eine große Auswertung internationaler Langzeitstudien hin.

Eine Ärztin hat ein Glas rotwein in der Hand und macht eine abwehrende Geste mit der anderen Hand.
Alkohol kann verschiedene Krebsarten begünstigen - wahrscheinlich auch das gefährliche Pankreaskarzinom. Ärzte empfehlen, auf Alkohol möglichst ganz zu verzichten.
© Yta23/iStockphoto

Schon zwei kleine Gläser Alkohol pro Tag könnten das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöhen. Darauf deutet eine große Auswertung zahlreicher Langzeitstudien hin, die ein Forschungsteam der University of Victoria veröffentlicht hat.

Zwei Gläser Alkohol erhöhen das Risiko um bis zu 30 Prozent

Für die Arbeit führten die Forschenden zahlreiche Langzeitstudien zusammen, die Gruppen von Menschen über viele Jahre begleiten. Nachdem sie Einflussfaktoren wie Alter, Rauchen und soziale Lage herausgerechnet hatten, zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen Trinkmenge und Erkrankungsrisiko. Das Ergebnis: 

Wer täglich mehr als 24 Gramm Alkohol zu sich nahm, das entspricht etwa zwei kleinen Gläsern eines alkoholischen Getränks, hatte ein um 10 bis 30 Prozent erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs. 

Warum es keinen sicheren Grenzwert gibt

„Nach gründlicher Auswertung der vorliegenden Daten sind wir überzeugt, dass es Zeit ist, Bauchspeicheldrüsenkrebs in die Liste der alkoholbedingten Krebsarten aufzunehmen", sagt CISUR-Direktor und Studienautor Tim Naimi. Für den Alltag bestätigt die Arbeit eine einfache Botschaft: Wer wenig oder keinen Alkohol trinkt, tut seiner Gesundheit etwas Gutes. Einen Grenzwert, unterhalb dessen Alkohol unbedenklich wäre, gibt es nach heutigem Wissen nicht.

Warum die Studie als besonders aussagekräftig gilt

Da es sich um eine Auswertung von Beobachtungsstudien handelt, lässt sich ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang nicht restlos beweisen. Weil die Forschenden aber sorgfältig gearbeitet und etwa frühere Trinker nicht fälschlich als Abstinenzler gewertet haben, stärken die Ergebnisse die Hinweise, dass Alkohol das Risiko erhöht.

Dass Alkohol Krebs begünstigen kann, ist gut belegt. Die Weltgesundheitsorganisation führt bislang sieben Krebsarten auf, die mit dem Konsum zusammenhängen, darunter Mund-, Brust- und Darmkrebs.

Quelle: DOI 10.7895/ijadr.649 

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