Sommergrippe: Warum Durchfall und Bauchschmerzen dazugehören können

Natascha Schleif  |  09.07.2026 11:09 Uhr

Eine Sommergrippe verursacht oft Husten, Schnupfen und Halsschmerzen. Doch viele Betroffene entwickeln zusätzlich Durchfall, Bauchschmerzen oder Übelkeit. Dahinter stecken meist andere Viren als bei einer klassischen Wintererkältung.

Frau, liegt im Bett und putzt sich die Nase.
Erkältungsviren zirkulieren auch im Sommer, die Ansteckungsgefahr ist jedoch geringer als in der kalten Jahreszeit.
© dragana991/iStockphoto

Anders als Wintererkältungen werden Sommergrippen häufig durch Enteroviren ausgelöst. Sie befallen nicht nur die Atemwege, sondern können auch den Verdauungstrakt betreffen.

Warum Sommergrippe oft auf den Magen schlägt

„Erkältungsviren zirkulieren das ganze Jahr über, also kann man sich in jeder Jahreszeit anstecken“, erklärt Hausarzt Dr. Matthew Badgett von der Cleveland Clinic in Ohio. Im Winter werden Erkältungen vor allem durch Rhinoviren verursacht, im Sommer sind es Badgett zufolge meist sogenannte Enteroviren. Diese verursachen oft nicht nur Halsschmerzen und Schnupfen, sondern auch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall oder Bauchschmerzen. 

Deshalb ist die Sommergrippe keine Grippe

Enteroviren treten weltweit auf und zirkulieren besonders häufig zwischen Juni und Oktober. In Deutschland taucht oft der Begriff „Sommergrippe“ auf, der jedoch irreführend ist: Echte Grippeviren zirkulieren hierzulande erst im Herbst, meist ab Oktober, und erreichen ihren Höhepunkt zwischen Januar und März. Die klassische Grippesaison endet üblicherweise im April. 

Diese Symptome sprechen für eine Sommergrippe

Typische Verdauungssymptome einer Sommererkältung sind:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • BauchschmerzenHusten

Atemwegssymptome können ebenfalls auftreten:

  • Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen

Nicht jeder Betroffene entwickelt Magen-Darm-Beschwerden. Viele haben ausschließlich typische Erkältungssymptome.

Was bei einer Sommergrippe hilft

Gegen Sommererkältungen helfen die gleichen Hausmittel wie im Winter:

  • Viel trinken (Wasser, Tee, Elektrolytlösungen)
  • Gurgeln mit Salzwasser
  • Honig gegen Husten und Halsschmerzen
  • Ruhe und ausreichend Schlaf
  • Inhalieren oder eine Nasendusche bei Schnupfen und verstopfter Nase
  • Leichte Kost bei Magenbeschwerden 

In der Apotheke vor Ort gibt es zudem viele rezeptfreie Medikamente, die Erkältungsbeschwerden wie Kopfschmerzen, eine verstopfte Nase oder Halsschmerzen lindern. 

Wann Sie mit einer Sommergrippe zum Arzt sollten

  • Fieber hält länger als drei Tage an
  • Durchfall verursacht starke Austrocknung
  • Atemnot
  • Beschwerden verschlechtern sich deutlich

Sommergrippe oder Heuschnupfen? So erkennen Sie den Unterschied

Hinter Schnupfen und Halskratzen kann im Sommer auch Heuschnupfen stecken. Die Symptome sind ähnlich, bei genauerem Betrachten lassen sie sich jedoch meist gut unterscheiden. Mehr dazu lesen Sie hier. 

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