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Stört die Schlummertaste den Schlaf?

ZOU  |  10.11.2022

Die Mehrheit der Menschen drückt morgens mindestens einmal die Snooze-Taste und schlummert noch ein paar Minuten bis zum nächsten Wecken. Fachleute warnen, dass dies den Schlaf stört. Ob das wirklich stimmt, haben US-Forschende genauer untersucht.

Frau, liegt im Bett und greift nach ihrem Handywecker.
Noch ein paar Minuten weiterdösen, nachdem der Wecker geklingelt hat: Die Snooze-Taste nutzt schätzungsweise mehr als jeder Zweite.
© monkeybusinessimages/iStockphoto

Der Theorie nach unterbricht der Alarm des Weckers einen Schlafzyklus. Das kann als unangenehm empfunden werden, was den Gebrauch der Schlummertaste im Halbschlaf umso verlockender macht. Wenn man ein paar Minuten weiterschläft, beginnt der Körper den nächsten Schlafzyklus, der wiederum unterbrochen wird. Schlafforscher halten dies für ungesund. Trotzdem zeigt die Untersuchung in der Fachzeitschrift „Sleep“, dass sich 57 Prozent der Erwachsenen mindestens zweimal wecken lassen – Frauen doppelt so häufig wie Männer.

Auf echte Beweise, dass diese Angewohnheit schädlich für die Gesundheit sein könnte, ist das Forschungsteam jedoch nicht gestoßen. „Mediziner sind im Allgemeinen gegen die Verwendung der Schlummerfunktion, aber als wir uns nach harten Daten umsahen, gab es keine“, sagte der Neurowissenschaftler Stephen Mattingly von der University of Notre Dame in Indiana.

An der Studie hatten 450 Erwachsene teilgenommen, die ihren Schlaf mit tragbaren Geräten protokolliert und Fragebögen zu ihrem Schlaf beantwortet haben. Es zeigte sich, dass die „Snoozer“ weniger Schritte pro Tag machten und häufiger Anzeichen von Schlafstörungen aufwiesen. Abendmenschen und jüngere Personen benutzten die Schlummertaste im Schnitt öfter. Daraus lässt sich jedoch nicht schließen, dass die Schlummerfunktion die Ursache für langes Aufbleiben und weniger Aktivität am Tag ist oder umgekehrt. Eine von drei Personen in der Studie hatte angegeben, nicht ausreichend zu schlafen, was vielleicht ein Grund dafür ist, dass sich viele Teilnehmende morgens mehrmals wecken ließen.

Die Forschenden folgern aus den Ergebnissen, dass es individuell unterschiedlich ist, wie man das mehrmalige Wecken empfindet: So waren die „Snoozer“ z. B. eher der Meinung, dass sie bei Nutzung der Schlummerfunktion bessere Laune hätten und sich danach wacher fühlten – was diejenigen, die ihren Wecker nach dem ersten Alarm ausstellen, anders sahen. Hauptgründe für das mehrmalige Wecken waren „ich kann beim ersten Alarm nicht aus dem Bett aufstehen“ und „weil es im Bett gemütlich ist“.

Quelle: DOI 10.1093/sleep/zsac184

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