Stuhltest statt Darmspiegelung? Neue Hoffnung in der Krebsfrüherkennung

Katrin Faßnacht-Lee  |  14.04.2026 13:00 Uhr

Ein neuer Stuhltest erkennt Darmkrebs mit einer Genauigkeit von 90 Prozent. Damit steht eine einfache Alternative zur Darmspiegelung in Aussicht.

Eine Person sitzt auf der Toilette und hält eine Klopapierrolle in den Händen.
Darmkrebsfrüherkennung: Ein Forschungsteam hat einen neuen Stuhltest entwickelt.
© Ake Ngiamsanguan/iStockphoto

Gute Nachricht: Zukünftig könnte ein Stuhltest die Früherkennung von Darmkrebs erleichtern. Wird die Erkrankung früh erkannt, sind die Heilungschancen oft sehr gut. Doch viele Menschen scheuen die Darmspiegelung. Dabei zählt Darmkrebs weltweit zu den häufigsten Krebstodesursachen. 

Forschende der Universität Genf haben mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Darmflora – das sogenannte Mikrobiom – detailliert untersucht. Dabei entdeckten sie spezifische Muster von Darmbakterien, die mit Darmkrebs in Verbindung stehen. Grundlage ist eine neue Methode, die Bakterien nicht nur nach Arten, sondern nach sogenannten Subspezies analysiert.

Früherkennung von Darmkrebs per Stuhltest

Das Besondere: Für die Analyse genügt eine einfache Stuhlprobe. In Kombination mit bestehenden klinischen Daten konnte ein Modell entwickelt werden, das Darmkrebs fast so zuverlässig erkennt wie eine Darmspiegelung. „Unsere Methode erkannte 90 Prozent der Krebsfälle – ein Ergebnis, das sehr nahe an der Entdeckungsrate von 94 Prozent liegt, die mit Darmspiegelungen erreicht wird“, so erstautor Matija Trickovic.

Mehr Menschen für die Vorsorge erreichen

Ein solcher Test könnte die Vorsorge deutlich attraktiver machen. Niedrigschwellig, kostengünstig und ohne Eingriff – das erhöht die Chance, dass mehr Menschen regelmäßig an der Früherkennung teilnehmen. Darmspiegelungen könnten künftig vor allem zur Bestätigung auffälliger Befunde eingesetzt werden.

Mikrobiom könnte Hinweis auf weitere Krankheiten geben

Die Forschenden sehen großes Potenzial: Die Methode könnte künftig auch bei anderen Erkrankungen eingesetzt werden. „Die gleiche Methode könnte schon bald genutzt werden, um nicht-invasive Diagnoseverfahren für eine Vielzahl von Krankheiten zu entwickeln“, betont Trajkovski.

Noch sind weitere Studien nötig, doch die Hoffnung besteht: Die Darmflora könnte ein Schlüssel für eine einfachere und frühere Diagnose vieler Krankheiten sein.

DOI: 10.1016/j.chom.2025.07.015

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