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Typ-1-Diabetes: Die wichtigsten Infos im Überblick

Katrin Faßnacht-Lee  |  15.04.2021

Früher hieß diese Form der Zuckerkrankheit Jugenddiabetes, weil sie oft im Alter zwischen 10 und 15 Jahren beginnt. Doch auch jüngere Kinder und Erwachsene kann Typ-1-Diabetes treffen. Die wichtigsten Fakten rund um die Erkrankung.

Junges Mädchen misst ihren Blutzucker.
Typ-1-Diabetes beginnt zumeist schon im Kindes- und Jugendalter.
© kevajefimija/iStockphoto

Wie viele Menschen haben Typ-1-Diabetes?

Derzeit leben etwa 373 000 Menschen mit Typ-1-Diabetes in Deutschland. Davon sind rund 32.000 zwischen 0 und 17 Jahre alt. Jedes Jahr erkranken etwa 3.100 Kinder und Jugendliche neu. Rund zehn Prozent der Menschen, die die chronische Krankheit bekommen, entwickeln eine Sonderform des Typ-1-Diabetes, den sogenannten LADA. Dieser tritt erst im Erwachsenenalter auf (siehe Kasten).  

Wie entsteht Typ-1-Diabetes?

Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung. Dabei greift das körpereigene Abwehrsystem fälschlicherweise Zellen des eigenen Körpers an. Im Fall von Typ-1-Diabetes richtet es sich gegen die Betazellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren. Dieses Hormon sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Muskeln und Organe gelangt. Sind über 80 Prozent der Betazellen zerstört, reicht das Insulin nicht mehr aus und der Blutzuckerspiegel steigt dauerhaft an. Anders als beim Typ-2-Diabetes gehört Übergewicht oder ein ungesunder Lebensstil nicht zu den Auslösern.

Wie macht sich die Krankheit bemerkbar?

Arbeiten noch genügend Betazellen und stellen das lebensnotwendige Insulin her, spüren Betroffene gar nichts. Erst wenn die Zerstörung weit vorangeschritten ist, zeigen sich erste Symptome: starkes Durstgefühl, häufiges Wasserlassen, Abgeschlagenheit, Gewichtsabnahme. Eine starke Überzuckerung kann relativ schnell zu einer gefährlichen Ketoazidose führen. Diese äußert sich durch Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit, vertiefte Atmung bis hin zu Bewusstseinstrübung und Koma.

Was sind die Ursachen für die Erkrankung?

Ob Menschen Typ-1-Diabetes bekommen, hängt unter anderem von den Genen ab. Die Veranlagung kann also auch von den Eltern vererbt werden. Dennoch bekommt nicht jedes Kind, dessen Eltern die Zuckerkrankheit haben, Diabetes. Das geschieht nur bei 30 bis 80 von 1000 Kindern. Außer der Vererbung vermuten Forscher noch andere Ursachen: Infektionen, die Ernährung im Säuglingsalter oder Kaiserschnitt bei Kindern mit genetischer Vorbelastung könnten eine Rolle spielen.

Brauchen Betroffene immer Insulin?

Menschen mit Typ-1-Diabetes können Insulin nicht mehr selbst bilden. Sie müssen dieses lebenswichtige Hormon von außen zuführen – in der Regel spritzt man es einmal abends und vor den Mahlzeiten. Diabetes-Tabletten helfen bei dieser Form der Erkrankung in der Regel nicht.

Lässt sich Typ-1-Diabetes heilen?

Wissenschaftler in aller Welt erforschen Möglichkeiten, Typ-1-Diabetes zu heilen. Bislang werden – sehr selten – Bauchspeicheldrüsen transplantiert. Diese produzieren dann das nötige Insulin. Patienten müssen jedoch Medikamente nehmen, damit der Körper die fremde Bauchspeicheldrüse nicht abstößt. Derzeit laufen erste Versuche mit künstlichen Bauchspeicheldrüsen und insulinproduzierenden Zellen aus Stammzellen. Forscher vom Helmholtz-Zentrum München versuchen, durch eine Art Impfung den Ausbruch der Krankheit hinauszuzögern oder zu verhindern: Kleinkinder bekommen bei dem Projekt Insulinpulver mit der Nahrung, um das Immunsystem zu trainieren. So soll der Körper insulinproduzierende Zellen erst gar nicht zerstören.

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