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Wales: Die Zahl der Jugendlichen in psychiatrischer Behandlung steigt deutlich

Dr. Karen Zoufal  |  11.12.2025 12:09 Uhr

Mittlerweile nimmt in Wales jeder fünfte Jugendliche eine spezialisierte psychiatrische Versorgung in Anspruch. Das ist etwa eine Vervierfachung innerhalb von weniger als zwei Jahrzehnten. Insbesondere seit 2010 ist die Inanspruchnahme deutlich gestiegen.

Eine junge Frau spricht mit einer Frau, die ihr gegenüber sitzt.
Immer mehr Kinder und Jugendliche nehmen eine psychiatrische Behandlung in Anspruch.
© Valeriy_G/iStockphoto

Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen nehmen weltweit zu, so auch in England: Von allen Kindern, die 1991 geborenen wurden, haben 5,8 Prozent vor ihrem 18. Lebensjahr eine kinder- und jugendpsychiatrische Einrichtung aufgesucht. Unter den 2005 Geborenen war mit 20,2 Prozent jeder fünfte Jugendliche betroffen. 

Mädchen stärker betroffen

Dabei hat sich auch die Geschlechterverteilung verändert: Während Anfang der 2000er-Jahre noch beide Geschlechter etwa gleich häufig psychiatrische Behandlungen in Anspruch nahmen, hat sich die Zahl der Mädchen bis 2022 fast verdoppelt.

Die Forschenden gehen davon aus, dass die Trends aus Wales auf das gesamte Vereinigte Königreich übertragbar sind. 

Keine Folge der Corona-Pandemie

Prof. Ian Kelleher von der Universität Edinburgh sagte: „Diese Studie liefert das bisher klarste Bild der rasant steigenden Nachfrage nach Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Die Zahlen der Patienten haben sich drastisch verändert, doch es gab bisher viel zu wenig Forschung, um die Gründe dafür zu verstehen. Anders als oft in der Öffentlichkeit behauptet, handelt es sich hierbei nicht um ein Problem der ‚Nach-Pandemie-Pandemie‘, sondern dieser Trend hat sich über ein Jahrzehnt hinweg kontinuierlich entwickelt.“

Quelle: DOI 10.1192/bjp.2025.10480

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