Alternative Protein-Quelle: Algen als Ersatz für Fisch?

pta-Forum  |  16.03.2026 14:30 Uhr

Der Verzehr von Fisch hat viele gesundheitliche Vorteile. Leider sind die Meere überfischt und viele möchten aus moralischen Gründen auf Fisch verzichten. Doch was ist beim Verzehr von Algen zu beachten?

Frau trinkt einen grünen Smoothie.
Grüner Smoothie mit Algen in Pulverform? Diese Form ist auch jenseits von Asien verbreitet.
© Ulza/iStockphoto

Besser Algen als Fisch essen? Wer gerne Fisch isst, aber hinsichtlich der Überfischung der Meere Bedenken hat, könnte Fisch durch Algen ersetzen. Ihr spezifischer Eigengeschmack und der hohe Gehalt an Protein machen sie zu einem geeigneten Kandidaten, um Fisch zu ersetzen. 

Schnelles Wachstum und wichtige Nahrungsbestandteile

Algen wachsen schnell und lassen sich in unterschiedlichen Umgebungen kultivieren. Außerdem haben sie einen vergleichbaren Gehalt an Proteinen und Aminosäuren wie Rindfleisch, werden allerdings in deutlich geringeren Mengen verzehrt. Neben Eiweiß liefern sie zusätzlich Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe sowie einige Mikronährstoffe. 

Algen sind bereits ein weit verbreitetes Lebensmittel

Rund 150 Algenarten sind bereits Lebensmittel: So gelten großblättrige Speisealgen und Seetang, sogenannte Makroalgen, in asiatischen Ländern als fester Nahrungsbestandteil der Küche. In Form von Smoothies, Nudeln oder Nahrungsergänzungsmitteln nutzen auch Menschen jenseits von Asien Mikroalgen wie Chlorella sowie das Cyanobakterium Spirulina.

Schwankungen in der enthaltenen Jod-Menge

Beim Verzehr von Algen muss man aber auch auf bestimmte Gesundheitsrisiken achten. So reichern Meeresalgen große Mengen an Jod an. Je nach Art enthalten Algen zwischen 500 und 1.100.000 µg Jod pro 100 g Trockenmasse. Zudem unterliegen die Jodgehalte großen Schwankungen. Verbraucher können beim Verzehr nicht sicher wissen, wieviel Jod enthalten ist – Hersteller sind nicht dazu verpflichtet, den Jodgehalt anzugeben.

Vorsicht bei Schilddrüsenerkrankungen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für gesunde Erwachsene täglich nicht mehr als 500 µg Jod. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sollten davon maximal 200 µg aus Algen stammen. Diese Mengen sind bei Algenprodukten mit hohem Jodgehalt schnell erreicht oder sogar überschritten. Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion sollten daher besser auf den Verzehr von Algen verzichten. 

Darüber hinaus können Algen, je nachdem wo sie wachsen, auch mit Schwermetallen wie Cadmium, Blei oder Quecksilber belastet sein. Cadmium gilt als toxisch für Leber und Nieren, Quecksilber ist ein Neurotoxin.

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