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Winterdepression mit Licht vertreiben

Bernadette Stange  |  10.11.2020

Farbenfrohes Herbstlaub, glitzernde Eiskristalle und leuchtende Weihnachtsdekoration: Auch die dunkle Jahreszeit bietet schöne Momente. Dennoch schlagen kurze, oftmals graue Tage vielen Menschen aufs Gemüt. Einige leiden sogar unter einer saisonalen Depression. Gegen diese Erkrankung hilft in vielen Fällen eine Therapie mit Licht.

Die dunkle Jahreszeit drückt bei vielen Menschen auf die Stimmung. Manchmal entwickelt sich daraus sogar eine richtige Depression.
Die dunkle Jahreszeit drückt bei vielen Menschen auf die Stimmung. Manchmal entwickelt sich daraus sogar eine richtige Depression.
© tommaso79/iStockphoto

Zu den typischen Symptomen einer saisonalen Depression zählen Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit und fehlender Antrieb. Betroffene schaffen es kaum aus dem Bett und verspüren ein anhaltendes Schlafbedürfnis. Hinzu kommt häufig ein vermehrter Appetit auf zuckerhaltige Speisen. Im Gegensatz zu einem leichten Winterblues kehrt die saisonale Depression jedes Jahr wieder und beeinträchtigt den Alltag der Betroffenen stark.

Forscher gehen davon aus, dass sich das mangelnde Tageslicht auf das Gleichgewicht von Hormonen und Signalstoffen des Nervensystems auswirkt. So sorgt die länger anhaltende Dunkelheit etwa dafür, dass das Gehirn vermehrt Melatonin bildet – ein Schlafhormon, das müde macht. Zudem schüttet der Körper weniger vom "Glückshormon" Serotonin aus. Eine Therapie mit Licht erscheint daher logisch – und wird tatsächlich auch von medizinischer Seite befürwortet.

Licht in die Dunkelheit bringen

Die Leitlinie, die von führenden Ärzten und Wissenschaftlern zusammengestellt wurde, empfiehlt bei einer saisonalen Depression als Therapie der ersten Wahl nicht nur bestimmte Antidepressiva, sondern auch die Lichttherapie mit speziellen Lampen. Das geht folgendermaßen: Jeden Morgen – am besten vor Sonnenaufgang – mit ungefähr einem halben Meter Abstand vor die eingeschaltete Lampe setzen. Eine Behandlungseinheit dauert je nach Lichtintensität dreißig Minuten bis zwei Stunden. Während der Anwendung sind Tätigkeiten wie Lesen oder Essen möglich, sodass die Strahlen indirekt auf die Augen fallen. Es empfiehlt sich, pro Minute etwa fünf Sekunden in das Licht zu schauen. Der Erfolg macht sich in der Regel bereits nach einigen Tagen bemerkbar. Um einen Rückfall zu verhindern, setzt man die Behandlung den ganzen Winter über fort.

Gegenüber der medikamentösen Therapie wirkt die Lichttherapie zwar nicht besser, allerdings bringt diese sanfte Behandlungsmöglichkeit deutlich weniger Nebenwirkungen mit sich. Nur gelegentlich treten Kopf- oder Augenschmerzen auf. Vor allem bewegungseingeschränkte Patienten oder Menschen, die sich berufsbedingt weniger als eine Stunde täglich draußen bewegen, profitieren davon. Vor Beginn der Behandlung sollte ein Augenarzt die Augen untersuchen. Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme von Johanniskraut-Präparaten oder anderen Arzneimitteln, die die Haut lichtempfindlicher machen.

Eine normale Zimmerlampe reicht nicht

Therapielampen besitzen mehr Strahlkraft als normale Zimmerlampen. Erhältlich sind sie in Sanitätshäusern, Elektronikfachmärkten und im Internet. Die Preise schwanken von niedrigen zweistelligen Beträgen bis über 100 Euro. Die Kosten für eine Lichttherapie tragen Patienten in der Regel selbst. Nur wenige Krankenkassen erstatten bisher einen Teil oder gar die gesamte Summe für die Anschaffung des Gerätes.

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