Wer häufig nach dem Essen schlapp ist, sollte aufmerksam werden
Ein Mittagstief kennen viele. Nach einer üppigen Mahlzeit sinkt die Konzentration, die Augen werden schwer. In den meisten Fällen ist das harmlos. Wer jedoch regelmäßig nach dem Essen müde, schlapp oder unkonzentriert ist, sollte aufmerksam werden – besonders bei bestehendem Typ-2-Diabetes. Denn diese Symptome können ein Hinweis auf erhöhten Blutzucker nach dem Essen (postprandiale Hyperglykämie) sein.
Blutzucker nach dem Essen: Warum hohe Werte problematisch sind
Steigt der Blutzucker nach einer Mahlzeit stark an, bleibt das oft unbemerkt. Viele Betroffene messen ihre Werte zu selten – vor allem nach dem Essen. Das Problem: Auch der Langzeitwert (HbA1c), den der Hausarzt kontrolliert, zeigt solche kurzfristigen Blutzuckerspitzen nicht zuverlässig.
Bleiben diese Werte dauerhaft erhöht, kann das ernsthafte Folgen haben:
- Verschlechterung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Schäden an den Blutgefäßen, etwa im Auge
- Beeinträchtigung von Gedächtnis und Wahrnehmung, besonders im Alter
Typ-2-Diabetes: Blutzucker regelmäßig selbst kontrollieren
„Um den Blutzuckerspiegel auch zwischen den Arztbesuchen im Blick zu behalten, sollten Menschen mit Typ-2-Diabetes regelmäßig selbst ihre Blutzuckerwerte nach dem Essen messen“, empfiehlt Diabetesberaterin Johanna Sandner.
Ein sinnvoller Zeitpunkt ist laut der Expertin etwa zwei Stunden nach der Mahlzeit. So lässt sich erkennen, wie stark der Blutzucker ansteigt und ob Handlungsbedarf besteht.
Was tun bei erhöhtem Blutzucker nach dem Essen?
Wer auffällige Werte misst, sollte das Gespräch mit dem Arzt suchen. Gemeinsam lässt sich prüfen, ob die Therapie angepasst werden sollte. Möglichkeiten sind zum Beispiel:
- Anpassung der Ernährung
- Veränderung der Medikation
- Einsatz von Mahlzeiteninsulin, das die natürliche Insulinreaktion des Körpers nachahmt
Ziel ist es, den Zucker schneller aus dem Blut in die Körperzellen zu bringen und starke Schwankungen zu vermeiden.