Antibiotika und Alkohol: Darf ich Bier oder Sekt trinken oder wird das gefährlich?

Apothekerin Claudia Timmermann  |  31.03.2026 14:04 Uhr

Ein Glas Sekt zum Anstoßen oder ein Bier zum Essen: Ist Alkohol während einer Antibiotika-Therapie erlaubt? Die Antwort ist weniger strikt, als viele denken – entscheidend ist der Wirkstoff. Apothekerin Claudia Timmermann erklärt, worauf Patienten achten sollten.

Zwei Personen, stoßen mit Sekt an.
Es gibt Antibiotika, die sich nicht mit Alkohol vertragen. Das gilt aber nicht für jeden Wirkstoff.
© anyaberkut/iStockphoto

Alkohol und Antibiotika: Pauschales Verbot gibt es nicht

Darf man Alkohol trinken, wenn man Antibiotika einnimmt? Diese Frage gehört zu den häufigsten in der Apotheke. Die kurze Antwort: Es kommt darauf an. Denn nicht jedes Antibiotikum reagiert gleich auf Alkohol.

Einige Wirkstoffe lassen sich problemlos mit kleinen Mengen Alkohol kombinieren, bei anderen kann es zu ernsthaften Nebenwirkungen kommen. Wer sicher gehen will, sollte deshalb immer den Beipackzettel lesen oder in der Apotheke nachfragen.

Vorsicht bei bestimmten Wirkstoffen wie Metronidazol

Besondere Aufmerksamkeit gilt Antibiotika mit dem Wirkstoff Metronidazol. Hier ist Alkohol tabu. Der Grund: Metronidazol blockiert ein Enzym, das für den Abbau von Alkohol im Körper wichtig ist.

Fehlt dieses Enzym, sammelt sich giftiges Acetaldehyd an. Die Folge können starke Beschwerden sein – von Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen bis hin zu Atemnot, Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen. In solchen Fällen gilt klar: kein Alkohol während der Behandlung.

Alkohol kann die Wirkung von Antibiotika beeinflussen

Auch bei anderen Antibiotika ist Vorsicht sinnvoll. Wirkstoffe wie Doxycyclin oder Erythromycin können durch Alkohol in ihrer Wirkung abgeschwächt werden. Das bedeutet: Die Infektion heilt möglicherweise langsamer oder das Medikament wirkt verzögert.

Für Patienten heißt das: Selbst wenn Alkohol nicht strikt verboten ist, kann es sinnvoll sein, während der Therapie darauf zu verzichten oder zumindest sehr maßvoll zu bleiben.

Besondere Risiken bei Leber- und Nierenerkrankungen

Menschen mit chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen sollten besonders vorsichtig sein. Diese Organe sind entscheidend für den Abbau von Medikamenten und Alkohol.

Wenn ihre Funktion eingeschränkt ist, steigt das Risiko für Nebenwirkungen deutlich. In solchen Fällen empfiehlt sich grundsätzlich: besser ganz auf Alkohol verzichten, solange Antibiotika eingenommen werden.

Cefuroxim und Co.: Wann Alkohol weniger problematisch ist

Nicht jedes Antibiotikum reagiert empfindlich auf Alkohol. Beim häufig eingesetzten Wirkstoff Cefuroxim konnten bislang keine relevanten Wechselwirkungen nachgewiesen werden. Trotzdem gilt: Der Körper braucht Ruhe, um eine Infektion zu bekämpfen. Alkohol kann den Organismus zusätzlich belasten und die Genesung verzögern.

Im Zweifel lieber verzichten

Auch wenn Alkohol und Antibiotika nicht grundsätzlich unvereinbar sind, lohnt sich Zurückhaltung. Wer krank ist, schont seinen Körper am besten. Dazu gilt die einfache Regel: Im Zweifel lieber auf Alkohol verzichten – und im Einzelfall ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen.

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