Antibiotika bekämpfen Bakterien, keine Viren
Antibiotika bekämpfen Bakterien, indem sie diese abtöten oder ihr Wachstum hemmen. Sie wirken nicht bei Infektionen, die durch Viren verursacht sind. „Generell lassen sich Antibiotika nicht über einen Kamm schweren“, erklärt Kathrin Luboldt, Vizepräsidentin der Apothekerkammer Nordrhein. Kein Wunder: Mehr als 80 verschiedene Wirkstoffe kommen zum Einsatz.
Wechselwirkungen mit Mineralstoffen häufig
Beim Thema häufige Wechselwirkungen stehen Mineralstoffe und Spurenelemente im Zentrum - also Calcium, Magnesium, Aluminium, Eisen oder Zink. Das Problem: Sie verbinden sich mit einigen Antibiotika zu großen Gebilden, die vom Darm nicht mehr aufgenommen werden. Die Antibiotika gelangen nicht ins Blut und sind dadurch nicht wirksam.
Calcium findet sich zum Beispiel in Milch und daraus verarbeiteten Produkten wie Joghurt, Käse oder Butter. Magnesium ist in Präparaten gegen Wadenkrämpfe und Zink in vielen Produkten, die das Immunsystem unterstützen sollen, enthalten. Vorsicht ist auch bei Arzneimitteln gegen Sodbrennen, sogenannten Antazida, geboten. Auch darin finden sich Mineralien in großen Mengen.
Sicherheitsabstand bei der Einnahme
Apothekerin Kathrin Luboldt hat einen Tipp: „Sicherheitshalber empfehle ich, vor und nach der Einnahme mindestens drei Stunden auf Milchprodukte zu verzichten.“ Dies gelte auch für andere Lebensmittel oder Präparate, die bereits genannte Mineralien enthalten. Auf Seite der Antibiotika sind besonders Doxycyclin und Tetracyclin sowie Ciprofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin betroffen.
Einnahme am besten mit Leitungswasser
Generell nimmt man Antibiotika wie viele andere Arzneimittel am besten mit einem Glas Leitungswasser ein. Im Gegensatz zu Mineralwasser enthält es weniger Mineralstoffe. Kathrin Luboldt empfiehlt zudem: „Nehmen Sie mehrere Medikamente ein? Dann fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach möglichen Wechselwirkungen mit Antibiotika und wann man sie einnimmt.“
Alkohol nicht mit Metronidazol
Alkohol beeinflusst die Wirkung vieler Arzneimittel. Das gilt besonders für das Antibiotikum Metronidazol. „Hier darf man nicht nur während der Therapie, sondern auch noch einige Tage danach keinen Alkohol trinken“, weiß Luboldt. Grund: Metronidazol verhindert, dass der Körper ein giftiges Abbauprodukt des Alkohols im Körper unschädlich macht. Zu den möglichen Folgen zählen ein roter Kopf, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und ein beschleunigter Herzschlag.
Aus gutem Grund verschreibungspflichtig
„Alle Antibiotika sind verschreibungspflichtig. Das hat einen wichtigen Grund“, berichtet Luboldt. Nicht jedes Antibiotikum wirkt gegen jede bakterielle Infektion. „Nur die Ärztin oder der Arzt kann beurteilen, welches Antibiotikum im jeweiligen Einzelfall sinnvoll ist. Deshalb rate ich dringend davon ab, sich "für den Notfall" ein Antibiotikum in die Hausapotheke zu legen. Dieses wahllose Einnehmen nutzt im Zweifelsfall nichts, kann aber zu Resistenzen führen und somit Schaden anrichten.“
Resistenzen: Bakterien unempfindlich
Bakterien können „lernen“, gegen Antibiotika unempfindlich zu werden. Das passiert zum Beispiel, wenn Patienten diese in zu geringer Dosis einnehmen. Oder wenn sie die Einnahme vergessen oder diese auf eigene Faust vorzeitig beenden. „Die dann überlebenden Bakterien sind dann resistent. Das Antibiotikum wirkt bei ihnen nicht mehr. Daher sollte man Antibiotika in der verordneten Dosierung einnehmen und immer so lange, wie von der Ärztin oder dem Arzt vorgesehen.“
Wie man Reste sicher entsorgen kann
Und was macht man mit Antibiotikaresten? „Diese entsorgt man am besten über den Restmüll. Bitte nicht in der Toilette wegspülen oder in das Waschbecken kippen“, mahnt Apothekerin Kathrin Luboldt. Antibiotika im Abwasser bereiten zunehmend Probleme. Unter anderem fördert dies zusätzlich die bereits bestehenden Resistenzen.