Krankheitsbild
Eine chronische virale Leberentzündung entsteht, wenn das Immunsystem das Virus nicht vollständig beseitigen kann und die Entzündung bestehen bleibt. Die Leber versucht zwar sich zu regenerieren, wird aber durch die dauerhafte Belastung zunehmend geschädigt. Viele Betroffene bemerken lange Zeit keine Beschwerden, obwohl die Erkrankung fortschreitet.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend. Manche Menschen fühlen sich über lange Zeit völlig gesund. Typische Anzeichen können sein:
- Müdigkeit
- Druckgefühl im rechten Oberbauch
- verminderte Leistungsfähigkeit
- gelegentliche Übelkeit
Im Verlauf kann es zu einer zunehmenden Vernarbung der Leber kommen. Die Erkrankung schreitet unterschiedlich schnell voran und hängt von Virusart, Lebensstil und individueller Veranlagung ab.
Folgen/Komplikationen
Bleibt die Entzündung bestehen, kann sich eine Leberfibrose entwickeln, bei der gesundes Gewebe durch Narben ersetzt wird. Später kann daraus eine Leberzirrhose entstehen, die die Organfunktion stark einschränkt. In schweren Fällen drohen Leberversagen oder die Entwicklung von Leberkrebs.
Ursachen/Risikofaktoren
Die häufigsten Auslöser sind bestimmte Viren, vor allem Hepatitis B und Hepatitis C. Das Risiko einer Infektion steigt bei engem Kontakt mit infiziertem Blut oder Körperflüssigkeiten. Weitere Faktoren wie Alkoholkonsum, starkes Übergewicht oder bestimmte Medikamente können den Verlauf zusätzlich verschlechtern, auch wenn sie nicht die eigentliche Ursache sind.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann je nach Virusart antivirale Wirkstoffgruppen einsetzen, die die Virusmenge senken oder das Virus vollständig unterdrücken. Zudem gibt es Impfungen gegen Hepatitis A und B. Kondome schützen vor einer Ansteckung beim Geschlechtsverkehr.
Das kann man selbst tun: Die Leber entlasten, etwa durch Verzicht auf Alkohol und eine ausgewogene Ernährung. Grenzen bestehen dort, wo die Leber bereits deutlich geschädigt ist oder die Beschwerden zunehmen. Dann ist ärztliche Behandlung unbedingt notwendig und eigene Massnahmen reichen nicht.
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.