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Covid-19: Ansteckungsrate deutlich gesunken

17.04.2020

In Deutschland ist die Ansteckungsrate des neuen Coronavirus SARS-CoV-2, fachsprachlich Basisreproduktionsrate R0, auf 0,7 gesunken. Das bedeutet, dass ein Covid-19-Patient durchschnittlich nun weniger als eine weitere Person ansteckt. Täglich kommen mittlerweile mehr Genesene hinzu als neu Erkrankte. Der schrittweise Weg in eine „neue Normalität“ mit dem Coronavirus habe gute Chancen, meint Gesundheitsminister Jens Spahn.

Abstand halten: Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zeigen Wirkung.
Abstand halten: Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zeigen Wirkung.
© iStock.com/mikhail malyugin

Die Gesundheitsbehörden ziehen eine positive Zwischenbilanz der Coronakrise. Sie sehen Deutschland auf einem guten, schrittweisen Weg in eine neue Normalität. „Die Vollbremsung Mitte März war erfolgreich“, sagte Spahn in der Bundespressekonferenz. Die Ansteckungsrate sei gesunken. „Stand heute ist der Ausbruch beherrschbar“, so der Minister.

„Unser Gesundheitssystem war zu keinem Zeitpunkt überfordert“, betonte Spahn. Trotz aller Kritik sei das deutsche Gesundheitssystem im internationalen Vergleich in guter Verfassung, auch was das Personal angehe. Hier nannte Spahn auch explizit die Apotheker. Das enge Netz niedergelassener Ärzte sei ein guter erster Schutzwall. Sechs von sieben SARS-CoV-2-Infizierten würden in Deutschland ambulant behandelt. Die Kliniken könnten sich auf die schweren Verläufe konzentrieren. Derzeit gebe es knapp 40.000 Intensivbetten für Corona-Patienten, von denen aktuell rund 10.000 frei seien.

Neue Normalität im Klinikbetrieb in Sicht

Spahn geht davon aus, dass sich ab Mai auch im Klinikbetrieb eine neue Normalität einspielen kann. "Wir müssen allen Patienten gerecht werden", betonte der Minister. Neben den Corona-Patienten gehörten hierzu auch medizinische Notfälle wie Schlaganfälle und Herzinfarkte sowie geplante und verschobene Operationen. Hier helfe das seit gestern verpflichtende Intensivbetten-Register. Spahn kündigte an, dass 25 bis 30 Prozent der Intensivbetten zunächst weiter für Covid-19-Patienten reserviert bleiben sollen. Daneben solle es aber auch Kapazitäten für planbare Operationen geben.

Erfolge weiter verteidigen

Bei der derzeitigen Dynamik erwartet auch der Chef des Robert Koch-Instituts, Professor Dr. Lothar Wieler, keine Engpässe bei der klinischen Versorgung. Dies sei auch ein Verdienst des neuen Intensivbetten-Registers. Er erinnerte jedoch erneut daran, dass Deutschland immer noch am Anfang der Coronavirus-Pandemie stehe und SARS-CoV-2 nicht einfach wieder verschwinden werde. Es seien große Anstrengungen nötig gewesen, um die Basisreproduktionszahl unter 1 zu senken. Sie liege aktuell bei 0,7. Dieser Erfolg müsse verteidigt werden, auch bei Lockerung der Maßnahmen.

Das örtliche Gesundheitswesen müsse weiter gestärkt, die Kontaktverfolgung von Infizierten intensiviert, besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen weiter geschützt und die zielgerichtete Testung ausgeweitet werden. Derzeit würden in Deutschland pro Woche rund 350.000 Tests durchgeführt, die Kapazitätsgrenze liege bei bis zu 700.000 Tests pro Woche. Aktuell sollen die Tests vor allem im Gesundheitswesen und in Pflegeeinrichtungen intensiviert werden. Die Teststrategie werde jedoch regelmäßig angepasst.

dh/PZ/RF

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