Gesundheit

Covid-19: Blutgruppe 0 schützt vor schwerem Verlauf

Dr. Karen Zoufal  |  16.10.2020

Schon vor Monaten äußerten Forscher die Vermutung, dass die Blutgruppe den Verlauf einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus beeinflussen könnte. Nun bestätigen zwei neue Studien aus Dänemark und Kanada: Personen mit Blutgruppe 0 haben ein geringeres Risiko für Covid-19 und erkranken seltener schwer.

Die Blutgruppe könnte Auswirkungen auf eine Infektion mit dem Coronavirus haben.
Forscher vermuten schon länger, dass die Blutgruppe einen Einfluss auf eine Infektion mit dem Coronavirus hat. Die Beweise dafür mehren sich.
© iStock.com/Jovanmandic

Dänische Forscher haben Daten aus nationalen Gesundheitsregistern von mehr als 473.000 auf Covid-19 getestete Personen mit einer Kontrollgruppe von mehr als 2,2 Millionen Menschen verglichen. Dabei stellten sie fest, dass sich unter den Covid-19-Positiven im Vergleich zur Kontrollgruppe weniger Menschen mit Blutgruppe 0 und überdurchschnittlich viele mit den Blutgruppen A, B und AB fanden. Daraus schließen die Forscher, dass Personen mit Blutgruppe 0 weniger anfällig für eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sind.

Schwere Verläufe bei Blutgruppe 0 sind seltener

Unabhängig davon analysierten auch Wissenschaftler aus Kanada die Zusammenhänge zwischen dem Coronavirus und der Blutgruppe. Dabei fanden sie heraus, dass von 95 Covid-19-Patienten, die in Vancouver im Krankenhaus behandelt worden waren, Personen mit den Blutgruppen A und AB schwerer erkrankten und häufiger beatmet werden mussten als Personen der Blutgruppe 0. Zudem benötigten mehr Patienten mit den Blutgruppen A und AB eine Dialyse wegen Nierenversagens. Patienten der Blutgruppen A und AB blieben auch länger auf der Intensivstation, was ebenfalls auf einen höheren Schweregrad der Erkrankung hinweist.

Beide Studien sind im Fachmagazin „Blood Advances“ veröffentlicht. Um besser zu verstehen, warum sich die Blutgruppen auf das Krankheitsgeschehen bei COVID-19 auswirken und was dies für Patienten bedeutet, sind jedoch zusätzliche Untersuchungen erforderlich.

 

Quellen:

DOI 10.1182/bloodadvances.2020002657

DOI 10.1182/bloodadvances.2020002623

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