Was ist bei einem Gewitter wirklich sicher und welche Fehler sind besonders gefährlich? Genau diese Fragen entscheiden im Ernstfall. Vor allem im Freien steigt das Risiko deutlich. Mit zunehmenden Wetterextremen rechnen Experten außerdem häufiger mit heftigen Gewittern in Deutschland.
Warum Gewitter so gefährlich sind
Viele unterschätzen, wie gefährlich ein Unwetter werden kann: Blitze entfalten durch Strom, Hitze, Druckwellen und elektromagnetische Fernwirkung eine vierfache Zerstörungskraft. Pro Jahr gibt es durch Blitzunfälle in Deutschland laut dem Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. im Durchschnitt rund 110 Verletzte und vier Todesfälle. Diese Regeln senken das Risiko bei einem Gewitter.
1. Stecker ziehen, Wasser meiden
In Häusern ohne Blitzableiter kann ein Blitz alle Leitungen für Wasser, Strom, Heizung und Telefon unter Strom setzen. Bei Gewitter gilt daher: Keine Leitungen berühren, alle Stecker von Elektrogeräten und Antennenstecker von Radio- und Fernsehgeräten rechtzeitig herausziehen und auch Computer vom Netz nehmen. Außerdem nicht duschen oder in die Badewanne steigen und nur Telefone ohne Kabel benutzen.
2. Schutz in Gebäuden suchen
Große Gefahr besteht beim Aufenthalt im Freien, besonders am Rand von Wäldern, im Wasser oder beim Zelten. Daher gilt: Runter vom Fahrrad, raus aus dem Wasser und am besten Schutz in festen Gebäuden suchen. Der Aufenthalt in einem Zelt ist bei Gewittern genauso gefährlich wie das Verweilen im Freien. Wer mit einem Boot unterwegs ist, sollte schnell anlegen und einen Mindestsicherheitsabstand von 30 Metern zum Ufer einhalten.
3. Abstand zu freistehenden Bäumen halten
Bei einem Unwetter niemals Schutz unter einem freistehenden Baum suchen! Bauernregeln wie „Vor Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen" sind ein Mythos. Im Wald am besten in der Mitte zwischen den Bäumen bleiben. Optimal ist ein Abstand von etwa zehn Metern zu Bäumen und Ästen. Auch auf Hügelkuppen, an Hecken, Waldrändern und Wassergräben sollte man sich nicht aufhalten.
4. Abstand zu Metall halten
Während eines Gewitters sollte man die Berührung von Metallgegenständen vermeiden. Sonst droht durch die sogenannte elektromagnetische Induktion auch dann ein Schlag, wenn der Blitz einige hundert Meter entfernt niedergeht. Zu meiden sind auch Metallzäune und Weidezaunanlagen. Auch Drahtseile, nasse Kletterseile und eiserne Leitern im Gebirge sind tabu.
5. Wenn kein Schutz möglich ist: in die Hocke gehen
Ist weit und breit kein Schutz vor dem Gewitter zu finden, heißt es: weg mit dem Regenschirm! Nicht stehenbleiben oder sich hinlegen, am besten in die Hocke gehen (nicht mit den Knien den Boden berühren), Kopf einziehen, Arme an die Brust, Füße eng schließen. In einer Gruppe sollte jeder einzeln in der Hocke bleiben und keine anderen Personen oder Tiere mit den Händen berühren.
Wo man bei Gewitter sicher ist
Ein geschlossenes Auto mit Metallkarosserie bietet in der Regel einen guten Schutz. Allerdings sollte es nicht unter Brücken stehen. Auch Züge und Flugzeuge gelten als sichere Aufenthaltsorte. Nach Angaben des Helmholtz-Zentrum für Geoforschung kann auch der Bereich unter Hochspannungsleitungen in der Mitte zwischen zwei Masten Schutz bieten. Die Masten seien über Erdungsseile miteinander verbunden, die den Strom des Blitzschlags über mehrere Masten zur Erde leiten.