Haushaltsunfälle

Für das Jahr 2009 meldete das statistische Bundesamt über 7000 tödliche Haushaltsunfälle. Diese Zahl belegt, wie wichtig es ist, über die Unfallgefahr im Haushalt Bescheid zu wissen. Und auch darüber, wie man weniger dramatische Verletzungen behandeln kann.


© m-gucci/iStockphoto

Verbrennungen/Verbrühungen

Da die Gewebsschädigungen bei Verbrennungen und Verbrühungen ähnlich geartet sind, kann man sie gleichartig behandeln. Oberstes Prinzip ist die Kühlung. Dazu taucht man den verletzten Körperteil in kaltes Wasser oder lässt kühles Leitungswasser darüber fließen. Je schlimmer die Verbrennung oder Verbrühung, umso länger. Kühlsalben sind in diesem Stadium nutzlos, und vor Hausmitteln wie Fett oder Mehl kann nur gewarnt werden!

Ist die Oberhaut noch unverletzt, trägt man vorsichtig Dexpanthenol-Salbe auf die betroffene Stelle auf und legt zum Schutz einen leichten Verband an. Hat man sich offene Hautstellen eingehandelt, sind vor Aufstreichen der Salbe Desinfektionsmittel wie Povidon-Jod oder Octenidin oder Wasserstoffperoxid aufzutragen. Der Verband sollte täglich gewechselt werden. Größere Brandwunden dem Arzt vorstellen.

Schnitt- und Stichwunden

Oberste Regel bei kleinen Schnitt- oder Stichwunden: ausbluten lassen! Das fließende Blut reinigt die Wunde und schwemmt eventuell hineingeratene Erreger aus. Auswaschen bietet sich nur dann an, wenn der verursachende Gegenstand stark verschmutzt war. Zur Sicherheit kann auch hier vor dem Verbinden ein Desinfektionsmittel aus der Apotheke aufgetragen werden.

Bei sehr stark blutenden Wunden den betroffenen Körperteil hoch lagern und einen Druckverband anlegen. Dabei wird zunächst die Wunde mit einer Kompresse oder einem Pflaster verschlossen. Darüber kommt ein zweites dickes Verbandspäckchen, das mit einer Binde stramm befestigt für den nötigen Druck sorgt. Wird die Blutung dadurch nicht gestillt oder kommt es zu einem pulsierenden Blutstrahl, wurde eine Arterie verletzt. Dann ist die Arterie abzudrücken, und es muss schnell ein Arzt gerufen werden.

Sturzverletzungen

Stürze machen einen Löwenanteil der Haushaltsunfälle aus. Geht es glimpflich ab, holt man sich Prellungen oder Zerrungen, die sich mit Kühlkissen als Erster Hilfe gut versorgen lassen. Später kann man dann noch eine schmerzhemmende Salbe auftragen. Damit die Blutergüsse und Schwellungen schneller zurückgehen, gibt es auch Salben mit Heparin.

Bei einem Knochenbruch muss zunächst eine Röntgenkontrolle beim Arzt erfolgen. Damit aber die Schwellung zwischenzeitlich nicht zu heftig wird, werden auch Brüche auf dem Transport in die Praxis gekühlt.

Stromschlag

Wenn Heimwerker antreten, um defekte Lampen oder Geräte zu reparieren, kann es gefährlich werden. Deshalb zuerst immer die Verbindung zum Stromnetz trennen oder zumindest die Sicherung für den defekten Bereich abschalten. Hat es dennoch geknallt, hängt die Erste Hilfe vom Zustand des Verletzten ab. Kann er sich nicht vom stromführenden Teil trennen, sofort die Sicherung abschalten! Oft reicht es nicht, nur das Gerät oder die Leitung auszuschalten.

Sind Verbrennungen an den Ein- und Austrittsstellen des Stroms zu sehen, behandelt man sie wie zuvor beschrieben. Hat bei dem Betroffenen der Herzschlag ausgesetzt, muss sofort der Notarzt gerufen und bis zu dessen Eintreffen Herzmassage betrieben werden. Jeder Stromverletzte, auch wenn er äußerlich unverletzt erscheint und bei vollem Bewusstsein ist, sollte wegen der Möglichkeit von Herzrhythmusstörungen unbedingt vom Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.

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