Intervallfasten: Das steckt dahinter

Beim Intervallfasten sollen die Pfunde purzeln. Was dahinter steckt, erfahren Sie hier.

Beim Intervallfasten sollen die Pfunde purzeln.
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Was bedeutet Intervallfasten?

Erste Informationen bietet bereits eine andere Bezeichnung dieser Methode: 5:2-Diät. Abnehmwillige essen fünf Tage in der Woche so wie immer, zum Beispiel montags bis freitags. An zwei Tagen reduzieren sie die gegessene Nahrungsenergie deutlich. Auf 500 Kalorien bei Frauen und auf 600 Kalorien bei
Männern. In dieser Zeit heißt es auch, besonders viel zu trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee.

Ist das alles oder gibt es noch weitere Vorgaben?

Experten empfehlen, zwischen den Mahlzeiten eine Ess-Pause von mindestens vier bis fünf Stunden einzuhalten. Das hat seinen Grund. Wer zwischendurch isst, bei dem wandelt der Körper die aufgenommenen Kohlenhydrate in Zucker um. Dieser geht ins Blut. Der Blutzuckerspiegel steigt zunächst an. Der Organismus schüttet daraufhin Insulin aus, um ihn zu senken. Mitunter so stark, dass bei vielen Menschen eine leichte Unterzuckerung auftritt und es zu Heißhunger kommt. Außerdem bieten Ess-Pausen dem Körper die Gelegenheit, Fett abzubauen. Das funktioniert nicht während der durch Zwischenmahlzeiten angeheizten Insulinausschüttung.

Die Pfunde sollen beim Intervallfasten also purzeln. Gibt es noch andere positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel?

Ja. Beim Intervallfasten sind die Hungerphasen vergleichsweise kurz. Die Vorteile: Der Körper drosselt den Stoffwechsel nicht herunter, und er baut auch keine Muskelmasse ab. Dies vermeidet den gefürchteten Jo-Jo-Effekt. Außerdem normalisieren sich Blutzucker- und Insulinspiegel. Das er möglicht dem Körper, Fettreserven zu verbrennen.

Soweit die Theorie. Was sagen Wissenschaftler dazu?

Ein Wissenschaftlerteam unter Führung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) hat das Intervallfasten kürzlich genauer unter die Lupe genommen. Es untersuchte Mäuse, die eine natürliche Veranlagung für Übergewicht und Typ-2-Diabetes besitzen. Das Experiment zeigte, dass Intervallfasten bei den Nagern schädliche Leberfette, die eine Insulinresistenz begünstigen, senkt und vor Diabetes schützt. Insulinresistenz bedeutet, dass vor allem die Muskel-, Leber- und Fettzellen nicht mehr ausreichend auf Insulin reagieren. "Unsere Messdaten weisen darauf hin, dass sich durch das Fasten der Energiestoffwechsel deutlich verbesserte. Die Muskeln der Mäuse waren in der Lage, viel rascher zwischen der Verbrennung von Kohlenhydraten und Fetten zu wechseln. Diese größere Stoffwechselflexibilität trägt bei gesunden Menschen dazu bei, die Mengen an schädlichen freien Fetten niedrig zu halten. Dies wiederum kann einer Insulinresistenz vorbeugen", erklärt DIfE-Mitarbeiter Dr. Robert Schwenk, Co-Autor der Studie.

Welche Rolle spielen die Leberfette?

Das Intervallfasten beeinflusste vor allem die Leberfette positiv. Es reduziert sich vor allem die Menge an Fetten deutlich, die im Verdacht stehen, eine Insulinresistenz zu fördern. Fette liegen in der Leber in Form von winzigen Fetttröpfchen vor, die wiederum mit verschiedenen Eiweißen zusammenspielen. Wie die Wissenschaftler feststellten, veränderte sich nicht nur die Größe der Fett tröpfchen, sondern auch die Zusammensetzung der mit den Tröpfchen verbundenen Eiweißmoleküle. "Wir nehmen an, dass diese veränderte Eiweißzusammensetzung für den günstigen Effekt verantwortlich ist", vermutet Professor Dr. Annette Schürmann, Diabetesforscherin am DIfE. Weitere Untersuchungen seien aber notwendig, um diesen Zusammenhang weiter aufzuklären.

Kann man Intervallfasten einfach so ausprobieren?

Vor Beginn einer Intervallfastenkur sollte man sich ärztlich untersuchen lassen. Nach vorheriger Absprache mit dem Arzt können auch Diabetiker, die orale Antidiabetika einnehmen, die keine Unterzuckerungen auslösen können, auf diese Art fasten.

Peter Erik Felzer

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