An heißen Tagen vergeht vielen Menschen der Appetit. Dahinter steckt kein Zufall: Der Körper schaltet bei Hitze auf Abkühlung um und verändert dabei auch seine Verdauung. Lesen Sie, wie das funktioniert und welche Lebensmittel dem Körper im Sommer gut bekommen.

Wenn die Temperaturen steigen, hat der Körper ein klares Ziel: Er möchte seine Kerntemperatur von rund 37 Grad stabil halten. Dafür setzt er mehrere Schutzmechanismen in Gang. Einer davon beeinflusst direkt das Hungergefühl.
Beim Schwitzen verliert der Körper viel Flüssigkeit und Mineralstoffe. Das Gehirn reagiert darauf mit einem stärkeren Durstgefühl. Wer ausreichend trinkt, verspürt häufig gleichzeitig weniger Hunger. Die Flüssigkeitsversorgung hat bei Hitze Vorrang.
Auch die Verdauung verändert sich. Damit überschüssige Wärme besser über die Haut abgegeben werden kann, wird sie stärker durchblutet. Gleichzeitig gelangt weniger Blut in den Darm.
Die Folge: Magen und Darm arbeiten langsamer. Der Magen entleert sich verzögert und das Sättigungsgefühl hält länger an. Deshalb fühlen sich üppige Mahlzeiten an heißen Tagen oft besonders schwer an.
Einige Studien deuten außerdem darauf hin, dass Hitze den Spiegel des Hungerhormons Ghrelin senken und gleichzeitig Sättigungssignale verstärken könnte. Die bisherigen Forschungsergebnisse sind allerdings nicht eindeutig.
Wer sein Essverhalten an warme Tage anpasst, entlastet den Körper. Sinnvoll sind Lebensmittel, die viel Wasser enthalten und trotzdem wichtige Nährstoffe liefern.
Dazu gehören unter anderem:
Mehrere kleine Mahlzeiten sind oft angenehmer als wenige große. So muss der Körper weniger Energie für die Verdauung aufbringen.
Auch Eiweiß bleibt wichtig. Es unterstützt unter anderem den Muskelerhalt. Da eiweißreiche Lebensmittel mehr Stoffwechselwärme erzeugen, verteilt man diese am besten auf mehrere kleine Portionen. Geeignet sind beispielsweise Joghurt, Quark, Hülsenfrüchte, Nüsse oder kleine Portionen anderer eiweißreicher Lebensmittel. Zusammen mit Gemüse, Obst, Oliven, Avocados und Getreide ergibt sich eine Ernährung, die auch an heißen Tagen gut verträglich ist.
Die Zusammenhänge erklärt der Neurowissenschaftler Dan Baumgardt von der University of Bristol in einem Beitrag auf der Wissenschaftsplattform The Conversation. Seine Einordnung stützt sich auf bekannte Mechanismen der Temperaturregulation sowie den aktuellen Forschungsstand zu Hunger- und Sättigungssignalen.
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