Gemäß einer großen Studie aus Frankreich könnte das Krebsrisiko leicht erhöht sein bei Menschen, die bestimmte Lebensmittelkonservierungsstoffe zu sich nehmen. In der Fachzeitschrift „BMJ“ hinterfragen die Forschenden, ob die bestehenden Vorschriften für den Einsatz dieser Zusatzstoffe überprüft werden sollten, um Verbraucher besser zu schützen.
Krebs-Studie: Ernährungsprotokolle zu Konservierungsstoffen analysiert
Konservierungsstoffe werden verpackten Lebensmitteln zugesetzt, um ihre Haltbarkeit zu verlängern. Frühere Laboruntersuchungen haben schon darauf hingewiesen, dass einige Konservierungsstoffe Zellen und DNA schädigen können. Das scheint sich nun in einer Langzeitstudie unter Alltagsbedingungen zu bestätigen: Aus Ernährungsprotokollen von mehr als 100.000 Personen ist erkennbar, dass innerhalb von durchschnittlich 7,5 Jahren diejenigen häufiger Krebs bekamen, die bestimmte Konservierungsstoffe zu sich nahmen.
Manche Konservierungsstoffe könnten mit Krebs zusammenhängen
Das Forschungsteam untersuchte insgesamt 17 Konservierungsstoffe. Bei elf von ihnen fand es keinen Zusammenhang zur Krebshäufigkeit. Bei diesen Konservierungsstoffen sah es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko:
- Sorbate, darunter insbesondere Kaliumsorbat, waren mit einem um 14 Prozent erhöhten Risiko für alle Krebserkrankungen und einem um 26 Prozent erhöhten Risiko für Brustkrebs verbunden.
- Sulfite waren mit einem um 12 Prozent erhöhten Risiko für alle Krebserkrankungen verbunden.
- Natriumnitrit war mit einem um 32 Prozent erhöhten Risiko für Prostatakrebs verbunden. Kaliumnitrat erhöhte das Risiko für Krebs um 13 Prozent und für Brustkrebs um 22 Prozent.
- Acetate waren mit einem um 15 Prozent erhöhten Risiko für alle Krebserkrankungen und einem um 25 Prozent erhöhten Risiko für Brustkrebs verbunden.
- Unter den antioxidativen Konservierungsmitteln waren Erythorbate allgemein und Natriumerythorbat mit einer höheren Krebshäufigkeit verbunden.
Die Ursachen sind noch unklar
Eine Beobachtungsstudie wie diese kann nicht beweisen, dass Konservierungsmittel direkt Krebs verursachen. Die Forschenden vermuten, dass einige der mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebrachten Konservierungsmittel möglicherweise die Immunfunktion und Entzündungen beeinflussen. Das könnte zur Krebsentstehung beitragen, was aber in weiteren Forschungsarbeiten weiter untersucht werden muss.
Die Forschenden appellieren an Lebensmittelhersteller, den Einsatz von Konservierungsstoffen zu reduzieren. Sie empfehlen Verbrauchern, möglichst frisch zubereitete und minimal verarbeitete Lebensmittel zu wählen.
Quelle: DOI 10.1136/bmj-2025-084917