Hormonelle Verhütungsmittel erhöhen das Brustkrebs-Risiko leicht. Das Risiko hängt auch davon ab, welche hormonelle Zusammensetzung verwendet wird. Für viele Präparate ist ein Risiko für Brustkrebs kaum nachweisbar. Das sind die Ergebnisse einer Studie mit über zwei Millionen Frauen aus Schweden.

Eine Datenanalyse zeigt: Frauen, die jemals hormonell verhütet haben, hatten ein um 24 Prozent höheres Brustkrebs-Risiko. Das bedeutet umgerechnet etwa einen zusätzlichen Brustkrebsfall pro 7.752 Anwenderinnen, schreibt das Forschungsteam in dem Fachmagazin „JAMA Oncology“.
Für die Studie wurden Frauen zwischen 13 und 49 Jahren im Schnitt über etwa zehn Jahre hinweg beobachtet. 16.385 Frauen waren in dieser Zeit an Brustkrebs erkrankt (< 1 Prozent). Von den mehr als zwei Millionen Frauen hatten 1,28 Millionen irgendwann ein hormonelles Verhütungsmittel verwendet.
Sowohl Kombi-Präparate mit Östrogen und Gestagen als auch reine Gestagen-Präparate gingen mit einem um 12 bzw. 21 Prozent höheren Brustkrebs-Risiko einher. Produkte mit Desogestrel schnitten insgesamt schlechter ab als mit Levonorgestrel.
Einzelne Gestagene unterschieden sich:
Verhütungsspritzen mit Medroxyprogesteronacetat, Vaginalringe mit Etonogestrel oder kombinierte Pillen mit Drospirenon standen dagegen nicht mit einem höheren Brustkrebs-Risiko im Zusammenhang.
Die Forschenden geben zu bedenken, dass Präparate mit Gestagenen im Schnitt länger angewendet werden als Kombi-Pillen. Das könnte ein Grund für das beobachtete höhere Brustkrebs-Risiko sein.
Grundsätzlich zeigt die Studie nur Zusammenhänge auf und ist kein Beweis dafür, dass hormonelle Verhütung Brustkrebs verursacht. Die Forschenden weisen darauf hin, dass die Risikoerhöhung durch hormonelle Vergütung absolut betrachtet gering ist und hormonelle Verhütung wichtige Vorteile bringt.
Quelle: DOI 10.1001/jamaoncol.2025.4480
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