Zu langer Mittagsschlaf? Studie zeigt überraschende Folgen für Gewicht und Blutzucker

Dr. Karen Zoufal  |  28.04.2026 13:40 Uhr

Ein kurzes Nickerchen am Mittag kann erfrischen – doch wie wirkt sich die Siesta auf Gewicht und Stoffwechsel aus? Eine Studie liefert spannende Hinweise: Entscheidend scheint vor allem die Dauer des Mittagsschlafs zu sein. Wer es richtig angeht, kann seinem Körper sogar etwas Gutes tun.

Älteres Paar, ruht sich in einer Hängematte aus.
Ein Nickerchen ist per se keine schlechte Idee - länger als eine halbe Stunde sollte es auf Dauer aber nicht sein, zeigt eine neue Studie.
© jean-marie guyon/iStockphoto

Mehr als nur Erholung: Was Forscher jetzt herausgefunden haben

Forscher haben mehr als 3.000 Erwachsene aus der spanischen Region Murcia untersucht und dabei den Zusammenhang zwischen Mittagsschlaf, Körpergewicht und Stoffwechsel analysiert. Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift „Obesity“ erschienen, sind differenziert: Nicht jede Siesta wirkt gleich.

Die kritische Grenze: Ab wann die Siesta problematisch wird

Während kurze Power-Naps unauffällig blieben, zeigte sich bei längeren Mittagsschläfchen ein klarer Trend. Wer regelmäßig länger als 30 Minuten schläft, hat häufiger einen erhöhten Body-Mass-Index (BMI), einen größeren Taillenumfang sowie höhere Werte bei Blutzucker und Blutdruck.

Typische Muster: Diese Gewohnheiten fallen bei Langschläfern auf

Die Studienautoren beobachteten bei Menschen mit längerer Siesta auch bestimmte Lebensgewohnheiten, die sich ungünstig auf die Gesundheit auswirken können. Dazu gehörten unter anderem:

  • spätere Essenszeiten am Abend
  • ein späterer Schlafrhythmus
  • höhere Kalorienaufnahme zur Mittagszeit
  • häufigeres Rauchen
  • Nickerchen auf dem Sofa statt im Bett

Diese Faktoren könnten erklären, warum längere Mittagsschläfchen mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht und Stoffwechselprobleme einhergehen.

Power-Nap: kurze Nickerchen im Vorteil

Ganz anders sieht es bei kurzen Nickerchen aus. Wer sich mittags nur kurz ausruht, hat laut Studie kein erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit oder Stoffwechselstörungen. Auch der Blutdruck bleibt häufiger im gesunden Bereich.

Kurze Power-Naps gelten schon länger als hilfreich für Konzentration und Leistungsfähigkeit. Die neuen Ergebnisse deuten darauf hin, dass sie auch gesundheitlich unbedenklich sind – möglicherweise sogar Vorteile bieten.

Experteneinschätzung: Die richtige Dauer ist entscheidend

„Diese Studie zeigt, wie wichtig es ist, die Länge der Siesta zu berücksichtigen. Sie wirft die Frage auf, ob kurze Nickerchen möglicherweise Vorteile bieten. Viele Institutionen erkennen die Vorteile kurzer Power-Naps an, vor allem für die Arbeitsproduktivität, aber zunehmend auch für die allgemeine Gesundheit“, sagte Prof. Dr. Frank Scheer vom Brigham and Women's Hospital in Boston.

So holen Sie das Beste aus dem Mittagsschlaf heraus

Ein Mittagsschlaf muss kein Gesundheitsrisiko sein – im Gegenteil. Wer ihn kurz hält, kann neue Energie tanken, ohne negative Folgen für Stoffwechsel oder Gewicht zu befürchten. Entscheidend ist die Dauer: Weniger als 30 Minuten scheinen der bessere Weg zu sein.

Quelle: DOI 10.1002/oby.23765

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