Mehr als nur Erholung: Was Forscher jetzt herausgefunden haben
Forscher haben mehr als 3.000 Erwachsene aus der spanischen Region Murcia untersucht und dabei den Zusammenhang zwischen Mittagsschlaf, Körpergewicht und Stoffwechsel analysiert. Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift „Obesity“ erschienen, sind differenziert: Nicht jede Siesta wirkt gleich.
Die kritische Grenze: Ab wann die Siesta problematisch wird
Während kurze Power-Naps unauffällig blieben, zeigte sich bei längeren Mittagsschläfchen ein klarer Trend. Wer regelmäßig länger als 30 Minuten schläft, hat häufiger einen erhöhten Body-Mass-Index (BMI), einen größeren Taillenumfang sowie höhere Werte bei Blutzucker und Blutdruck.
Typische Muster: Diese Gewohnheiten fallen bei Langschläfern auf
Die Studienautoren beobachteten bei Menschen mit längerer Siesta auch bestimmte Lebensgewohnheiten, die sich ungünstig auf die Gesundheit auswirken können. Dazu gehörten unter anderem:
- spätere Essenszeiten am Abend
- ein späterer Schlafrhythmus
- höhere Kalorienaufnahme zur Mittagszeit
- häufigeres Rauchen
- Nickerchen auf dem Sofa statt im Bett
Diese Faktoren könnten erklären, warum längere Mittagsschläfchen mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht und Stoffwechselprobleme einhergehen.
Power-Nap: kurze Nickerchen im Vorteil
Ganz anders sieht es bei kurzen Nickerchen aus. Wer sich mittags nur kurz ausruht, hat laut Studie kein erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit oder Stoffwechselstörungen. Auch der Blutdruck bleibt häufiger im gesunden Bereich.
Kurze Power-Naps gelten schon länger als hilfreich für Konzentration und Leistungsfähigkeit. Die neuen Ergebnisse deuten darauf hin, dass sie auch gesundheitlich unbedenklich sind – möglicherweise sogar Vorteile bieten.
Experteneinschätzung: Die richtige Dauer ist entscheidend
„Diese Studie zeigt, wie wichtig es ist, die Länge der Siesta zu berücksichtigen. Sie wirft die Frage auf, ob kurze Nickerchen möglicherweise Vorteile bieten. Viele Institutionen erkennen die Vorteile kurzer Power-Naps an, vor allem für die Arbeitsproduktivität, aber zunehmend auch für die allgemeine Gesundheit“, sagte Prof. Dr. Frank Scheer vom Brigham and Women's Hospital in Boston.
So holen Sie das Beste aus dem Mittagsschlaf heraus
Ein Mittagsschlaf muss kein Gesundheitsrisiko sein – im Gegenteil. Wer ihn kurz hält, kann neue Energie tanken, ohne negative Folgen für Stoffwechsel oder Gewicht zu befürchten. Entscheidend ist die Dauer: Weniger als 30 Minuten scheinen der bessere Weg zu sein.
Quelle: DOI 10.1002/oby.23765