Das biologische Alter einer Frau hängt auch damit zusammen, wie viele Kinder eine Frau hat, berichtet ein Forschungsteam in der Fachzeitschrift „Nature Communications“. Sowohl überdurchschnittlich viele als auch gar keine Kinder waren in einer Zwillingsstudie mit einer kürzeren Lebenserwartung und schnellerer biologischer Alterung verbunden.
Zwillingsstudie: Biologisches Alter ermittelt
In der Studie wurde von 1.054 weiblichen Zwillingen das biologische Alter bestimmt. Am höchsten war es bei Frauen, die keine Kinder hatten oder die durchschnittlich 6,8 Kinder geboren hatten. Am langsamsten alterten Frauen mit etwa zwei bis drei Kindern.
Frühe Schwangerschaft lässt möglicherweise auch schneller altern
Auch das Alter zeigte einen gewissen Effekt: Frauen, die ihre Kinder im Alter zwischen 24 und 38 Jahren bekamen, waren im Vergleich biologisch jünger. Frauen, die früh Kinder bekamen, zeigten dagegen Anzeichen einer schnelleren biologischen Alterung.
„In einigen unserer Analysen zeigte sich, dass frühes Kinderkriegen auch mit biologischer Alterung einhergeht. Dies könnte mit der Evolutionstheorie zusammenhängen: Die natürliche Selektion begünstigt eine frühere Fortpflanzung. Das führt zu kürzeren Generationszeiten, selbst wenn damit gesundheitliche ‚Kosten‘ im Zusammenhang mit dem Altern verbunden sind“, erklärte Studienautorin Miina Ollikainen von der Universität Helsinki in einer Mitteilung zur Veröffentlichung.
Fortpflanzung kostet Energie
„Aus evolutionsbiologischer Sicht verfügen Organismen über begrenzte Ressourcen wie Zeit und Energie“, erläuterte Mikaela Hukkanen, ebenso Universität Helsinki. „Wird viel Energie in die Fortpflanzung investiert, fehlt diese für die Erhaltung und Reparatur des Körpers, was die Lebenserwartung verkürzen kann.“ Warum auch kinderlose Frauen schneller altern, bleibt dabei allerdings offen.
Quelle: DOI 10.1038/s41467-025-67798-y