Mehr als Hundebisse: Unfälle mit Hund belasten die Psyche

Elisabeth Kerler  |  09.01.2026 15:29 Uhr

Hundebisse und andere Verletzungen durch Hunde wirken sich auch psychisch aus. Daten aus Zivilklagen zeigen Folgen auf, darunter auch Arbeitsausfall. Oft betroffen sind auch Mitarbeiter von Lieferdiensten.

Hund bellt und zeigt die Zähne. Ein Mann zieht an der Leine.
Na, hat der Mann den Hund im Griff? Ein Forschungsteam hat anhand von Zivilklagen die Folgen von Hundebissen und anderen Unfällen analysiert.
© Chalabala/iStockphoto

Hunde gelten als gut für die psychische Gesundheit – ihrer Bezugspersonen. Hundebisse und andere hundeverursachte Verletzungen allerdings ziehen häufiger wohl längere Konsequenzen für die Gesundheit nach sich. Ein Forschungsteam aus England und Wales hat dafür Daten aus Zivilklagen mit Personenschäden analysiert. 

Das Forschungsteam stellte fest: 

Zwischen Januar 2017 und März 2025 verzeichneten die Daten 816 Unfälle mit Hundebezug. Die meisten Verletzten kannten den Hund nicht (80 Prozent). Neun von zehn der Unfälle waren Hundebisse.

Psychische Folgen der Hunde-Begegnungen

Neun von zehn Menschen mit Hundebiss und drei Viertel derer, die ein Hund auf andere Weise verletzt hatte, berichteten von psychischen Folgen. Dabei bekam jeder Siebte eine Diagnose einer psychischen Krankheit als Folge des Unfalls. Bei 6,5 Prozent handelte es sich dabei um eine Angsterkrankung (Phobie) und bei 4 Prozent um eine Posttraumatische Belastungsstörung. Vermeidungsverhalten, Schlafstörungen und Ängste kamen ebenso vor. 

Kopfverletzungen und Knochenbrüche

Auch der körperliche Schaden war beträchtlich, der Großteil führte zu einem Krankenhausbesuch: Jeder siebte Biss führte zu einer Kopfverletzung und bei 78 Prozent der anderen, hundeverursachten Verletzungen trugen die Betroffenen Knochenbrüche davon. 

Maximal fünf Jahre Arbeitsausfall nach Verletzung durch Hund

Mehr als die Hälfte der Verletzten, kamen nicht zur Arbeit, maximal bis zu fünf Jahre. Jeder zweite Gebissene und mehr als 40 Prozent der auf andere Weise Verletzten berichteten von Einkommensausfall in der Folge. Übrigens: Mehr als ein Viertel der Bisse (28 Prozent, 209 Bisse) betrafen Personen, die für Lieferdienste arbeiteten. 

Daten aus Zivilklagen analysiert

Zur Datenquelle betont das Team in einer Mitteilung zur Veröffentlichung: Wegen des Schadensersatzanspruchs würden nur die Klagen verfolgt, bei denen ausreichend Vermögenswerte vorhanden seien, um Schäden und Rechtskosten zu decken. Allerdings beinhalteten diese Daten mehr als Krankenhausdaten, zum Beispiel auch ob der Hund angeleint war, Ort des Unfalls sowie Arbeits- und Einkommensausfall. 

Quelle: DOI 10.1136/ip-2025-045863 

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast

Im Fokus diesmal: Tabletten mit dem Wirkstoff der Abnehm-Spritze, weltweit steigende Leukämie-Zahlen…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben