Eine neue US-Ernährungsrichtlinie sieht mehr Protein vor. Welche Lebensmittel sich eignen und wie sich die deutsche Empfehlung unterscheidet.

Die US-Behörden haben neue Ernährungsempfehlungen herausgegeben, die eine höhere Proteinzufuhr beinhalten. Das Protein muss aber nicht unbedingt aus Fleisch, sondern sollte lieber aus pflanzlichen Quellen stammen. Darauf weist das Penn State College of Medicine hin.
Prof. Dr. Susan Veldheer vom Penn State College of Medicine erklärte, dass die neue Richtlinie täglich 1,2 bis 1,6 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht empfiehlt. Das ist deutlich mehr als bisher. Gleichzeitig sollen gesättigte Fettsäuren nicht mehr als 10 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen. Außerdem werden nach wie vor fünf Portionen Obst und Gemüse täglich empfohlen, aber nur noch zwei bis vier Portionen Getreideprodukte, diese möglichst aus Vollkorn.
Das lässt sich bewerkstelligen, indem man seinen Energiebedarf aus möglichst wenig hochverarbeiteten Lebensmitteln deckt. Beispiele dafür sind Limonade, Chips, Kekse, Süßigkeiten, Aufschnitt und Fertiggerichte.
„Menschen in den USA nehmen bereits mehr gesättigte Fettsäuren zu sich als empfohlen. Daher können rotes Fleisch und Vollfettmilchprodukte nicht die einzigen Proteinquellen sein“, sagte Veldheer. „Man sollte fettärmere Proteinquellen mit weniger gesättigten Fettsäuren oder pflanzliche Alternativen wählen.“ Dafür empfiehlt sie Bohnen, Kichererbsen, Linsen, Nüsse, Quinoa und Soja. Auch grünes Blattgemüse, Vollkornprodukte und Obst enthalten Protein. Von Proteinpulver oder Ballaststoffpräparaten wird aufgrund der Zusatzstoffe dagegen eher abgeraten.
Die Ernährungsberaterin Angelina Sickora weist darauf hin, dass die Richtlinie einen Rahmen bietet und keine starre Vorschrift ist: „Der individuelle Proteinbedarf variiert stark je nach Alter, Gesundheitszustand, Medikamenteneinnahme und bestehenden Erkrankungen. Was für den einen gut funktioniert, muss nicht für jeden geeignet sein.“ Veldheer und Sickora sind sich einig, dass die meisten Menschen bereits mehr als ausreichend Protein zu sich nehmen. Der Fokus sollte ihrer Meinung nach stärker auf pflanzlichen Proteinquellen liegen. Das steigert ganz nebenbei auch die Zufuhr an Ballaststoffen, die für die Darmgesundheit wichtig sind.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine Proteinzufuhr von 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Kinder, Schwangere und Menschen ab 65 Jahren haben einen höheren Proteinbedarf. Menschen, die bis zu 150 Minuten wöchentlich mit mittlerer Intensität Sport treiben, kommen dagegen mit der empfohlenen Menge aus.
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