Pflanzliche MedizinBeratung

Ruhe im Bauch: Was bei Blähungen hilft

Diplom-Oecotrophologin Katrin Faßnacht-Lee  |  01.12.2022

Weniger Bewegung, dafür mehr gutes Essen: Im Winter rumpelt es bei vielen Menschen noch mehr im Bauch als üblich. Was lässt sich gegen Blähungen unternehmen?

Frau, hält sich den Bauch.
Sind Blähungen sehr unangenehm und kommen andere Verdauungsprobleme hinzu, ist ein Arztbesuch ratsam.
© DeanDrobot/iStockphoto

Man spricht ja über viel, aber über Blähungen? Eher nicht. Obwohl es ganz normal ist, dass regelmäßig Gase aus dem Darm entweichen. Etwa zehnmal am Tag pupst der Mensch. Ob laut oder leise, geruchsarm oder nicht, kann unterschiedlich sein. Die Gase gelangen beim hastigen Essen durch verschluckte Luft in den Bauch, teils auch durch kohlensäurehaltige Getränke, oder sie bilden sich erst im Darm. Gelangen unverdaute Nahrungsbestandteile in den Dickdarm, bauen Darmbakterien sie ab und bilden als Nebenprodukt Gase. Über den ein oder anderen Pups muss man sich also keine Gedanken machen. Sehr häufige "Winde" oder unangenehmes Drücken im Bauch stören aber viele Menschen. Doch meistens lässt sich das mit einfachen Maßnahmen beheben. Hier folgen ein paar einfache Tipps, die helfen können.

Bewegen: Wer spazieren geht, Rad fährt oder schwimmt, hält nicht nur seine Muskeln auf Trab. Auch der Darm kommt in Bewegung und befördert störende Gase leichter nach draußen.

Genießen: Langsam essen, bewusst kauen und schlucken steigert den Genuss und man schluckt weniger Luft mit. Kleinere Mahlzeiten helfen, sie werden leicht verdaut und weniger unverdaute Nahrungsbestandteile erreichen den Dickdarm.

Auswählen: Jeder reagiert anders auf gewisse Speisen. Drückt es nach dem Essen, lohnt es sich darauf zu achten, was der Auslöser sein könnte. Kohl, Hülsenfrüchte und Zwiebeln kennen die meisten als Verursacher von Blähungen. Aber auch Gurken, Knoblauch, Paprika, frisches Brot oder Zuckerersatzstoffe aus Light-Produkten lösen sie oft aus. Wer bemerkt, dass er auf etwas Bestimmtes reagiert, lässt es weg oder reduziert es.

Langsam steigern: Oft fördern gerade gesunde Lebensmittel mit vielen Ballaststoff en Blähungen. Um das zu vermeiden, sollte man sich langsam daran gewöhnen. Das gilt für Kohl und Hülsenfrüchte genauso wie für Vollkornbrot. Bei Letzterem hilft es, sehr fein gemahlene Brote zu essen.

Tee trinken: Ein warmer Tee tut immer gut. Noch besser helfen allerdings Heilkräutertees mit Fenchel, Anis, Kümmel oder Pfeff erminz. Alle wirken entblähend und tun der Verdauung gut. Spezielle Teemischungen gibt es in der Apotheke.

Nachhelfen: Wenn es mal sehr drückt, können entschäumende Mittel mit den Wirkstoffen Dimeticon beziehungsweise Simeticon helfen. Sie lösen die Gasbläschen im Magen-Darm-Trakt auf. Auch pflanzliche Mittel verschaffen Erleichterung. Apotheken bieten verschiedene Präparate in unterschiedlichen Darreichungsformen.

Und keine Bange, das Apothekenteam auf die unangenehmen Beschwerden anzusprechen: Viele Apotheken bieten ruhige Ecken oder sogar einen separaten Raum für diskrete Beratungsgespräche. 

Wann zum Arzt?

Bei sehr häufen Blähungen oder gleichzeitig auftretenden Schmerzen, Verstopfung oder Durchfall empfiehlt sich eineUntersuchung beim Arzt. Denn lang anhaltende Verdauungsbeschwerden können viele Ursachen haben. Hierzu gehören beispielsweise Unverträglichkeiten gegen Milch- oder Fruchtzucker, aber auch entzündliche Darmbeschwerden oder das Reizdarmsyndrom. Erst nach der Diagnose lassen sich diese Beschwerden auch richtig behandeln.

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