Ein MRT der Schulter zeigt häufig Veränderungen an der Rotatorenmanschette – besonders bei Menschen über 40. Doch solche Befunde bedeuten nicht automatisch, dass Beschwerden vorliegen. Eine Studie zeigt: Auffälligkeiten im MRT scheinen zum normalen Alterungsprozess zu gehören.

In MRT-Untersuchungen der Schulter hatten die meisten Menschen über 40 Jahren auffällige Strukturen an der Rotatorenmanschette – jener Muskelgruppe, die das Schultergelenk umschließt. Das war völlig unabhängig davon, ob die Menschen Beschwerden hatten oder nicht.
In einer finnischen Studie wurde bei 602 Menschen per MRT die Schulter untersucht. Dabei zeigte sich, dass quasi jeder über 40 Veränderungen an der Rotatorenmanschette hat: 99 Prozent der Untersuchten hatten mindestens eine Auffälligkeit, berichtet die Forschungsgruppe in dem Fachblatt „JAMA Internal Medicine“.
Verschleißerscheinungen der Rotatorenmanschette fanden sich bei 96 Prozent der Personen ohne Schulterschmerzen und bei 98 Prozent derjenigen mit Beschwerden. Das lässt vermuten, dass im MRT sichtbare Veränderungen der Rotatorenmanschette einen normalen Alterungsprozess widerspiegeln – vergleichbar mit grauen Haaren. Gleichzeitig bedeutet das, dass relevante Veränderungen der Rotatorenmanschette und Zufallsbefunde im MRT kaum zu unterscheiden sind.
Wenn ein Patient über Schulterschmerzen klagt, ist der Schritt zu bildgebenden Untersuchungen oft nicht groß. Ergibt sich dort ein auffälliger Befund, hat das häufig Behandlungen zur Folge. In vielen Ländern hat sich die Anzahl von Operationen an der Rotatorenmanschette vervielfacht. Wissenschaftler hinterfragen deshalb, ob eine übermäßige Verwendung von bildgebenden Verfahren dazu beiträgt.
Schulterschmerzen sind der dritthäufigste Grund für Arztbesuche wegen Beschwerden am Muskel-Skelett-System. Bis zu 85 Prozent der Fälle hängen mit Problemen der Rotatorenmanschette zusammen. Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln und ihren Sehnen. Sie hält den Oberarmknochen in der Gelenkpfanne und ermöglicht das Heben, Drehen und Bewegen des Arms.
Quelle: DOI 10.1001/jamainternmed.2025.7903
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