Blutproben und MRT enthalten – laut einer Studie – unterschiedliche biologische Signaturen bei Depression und Psychose, bereits im Frühstadium.

Zukünftig könnten Bluttests und MRT (Magnet-Resonanz-Tomographien) zur klaren Diagnosestellung von Depressionen und Psychosen beitragen: Denn die Erkrankungen unterscheiden sich bei Entzündungs- und Gehirnsignaturen bereits in den Frühstadien der Erkrankung. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie mit insgesamt 678 Personen aus fünf europäischen Ländern.
Um erkennen zu können, ob die Signaturen bereits bei Beginn der Erkrankung vorliegen, nahm das Forschungsteam Blutproben und machte MRTs von:
Alle von ihnen hatten kaum Medikamente bekommen.
Anhand dieser Daten entdeckte das Team vier Signaturen aus Entzündungswerten und in den Messungen der grauen Masse des Gehirns mit Fokus auf den Bereichen, die Emotionen verarbeiteten. Es fand heraus:
Was folgt aus den Ergebnissen? „Diese Signaturen eröffnen neue Ansätze für sowohl biologisch als auch psychosozial fundierte frühe Interventionen bei Depression und Psychose. Das ebnet den Weg für maßgeschneiderte Therapien, je nachdem, ob sich die junge Person in einer Depressions- oder Psychose-Entwicklungskurve befindet“, erklärte Erstautor Dr. David Popovic, Max-Planck-Institut für Psychiatrie, in einer Mitteilung zur Veröffentlichung.
Allerdings betont Dr. Lana Kambeitz-Ilankovic von der Ludwig-Maximilian-Universität München und Universität zu Köln: Sie hätten nicht vor, die etablierte, klinische Diagnose, die auch die soziale Situation der Betroffenen in den Blick nimmt, zu ersetzen. Um die passenden Therapien zu finden, sei auch weitere Forschung notwendig.
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