WohlfühlenGesundheit

Schwere Decken für ruhigen Schlaf

Natascha Koch  |  19.11.2022

Millionen Menschen in Deutschland wälzen sich jede Nacht im Bett, ohne Ruhe zu finden. Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann könnte vielleicht eine Gewichtsdecke das Richtige sein.

Frau, liegt unter einer Decke und schläft.
Mehrere Kilogramm schwere Decken könnten bei Schlafstörungen helfen.
© puhimec/iStockphoto

Es klingt erst einmal alles andere als gemütlich, kann wissenschaftlichen Studien zufolge bei Schlafproblemen aber tatsächlich helfen: Mehrere Kilogramm schwere Decken, auch bekannt als Gewichts- oder Therapiedecken. Diese enthalten im Inneren eine Füllung aus verschiedenen Materialien wie Edelstahl- oder Plastikkügelchen, Glasperlen, Reis, Linsen oder Bohnen und sollen etwa zehn Prozent des eigenen Körpergewichts ausmachen. Ein 80 Kilogramm schwerer Mann bräuchte also idealerweise eine Decke, die acht Kilogramm wiegt.

Und so funktionieren die Therapiedecken: Das Gewicht der Decke verteilt sich gleichmäßig auf den ganzen Körper und vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit, ähnlich wie bei einer festen Umarmung. Hersteller sprechen dabei von einem sogenannten Tiefendruck, der das vegetative Nervensystem anregen und die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin fördern soll. Das sorgt dafür, dass wir uns ruhig, entspannt und sicher fühlen. Der Botenstoff Serotonin wird in der Zirbeldrüse, im Zentrum unseres Gehirns, in das Schlafhormon Melatonin umgewandelt. Die Decken kommen übrigens nicht nur bei Schlafstörungen zum Einsatz: Ärzte und Therapeuten empfehlen sie mitunter auch für Patienten mit Angststörungen, Autismus oder Restless-Legs-Syndrom.

Studien zeigen positive Wirkung

Es gibt bereits einige Studien, die sich mit der Wirkung von Gewichtsdecken beschäftigen. So haben Forscher aus Schweden herausgefunden, dass Personen, die vier Wochen lang sechs bis acht Kilogramm schwere Decken verwendeten, deutlich weniger an Schlaflosigkeit litten, besser durchschliefen und tagsüber aktiver und wacher waren als Personen, die gewöhnliche Bettdecken verwendeten. Nach den ersten vier Wochen durften alle Studienteilnehmer die Decken für ein Jahr weiterverwenden. Fast alle der 120 Freiwilligen wollten die schweren Decken behalten, nur ein Teilnehmer brach die Studie wegen Angstgefühlen ab. Teilnehmer aus der Kontrollgruppe, die nach vier Wochen ebenfalls auf eine schwere Decke wechselten, bemerkten einen ähnlichen Effekt wie die Teilnehmer, die schon während der ersten vier Wochen unter einer schweren Decke geschlafen hatten. Nach zwölf Monaten ließen sich bei 92 Prozent der Benutzer schwerer Decken positive Ergebnisse feststellen, bei 78 Prozent war die Schlaflosigkeit vollständig verschwunden.

Gewichtsdecken gibt es vom Arzt leider nicht auf Rezept, die Kosten müssen selbst getragen werden. Je nach Modell muss man unterschiedlich tief in die Tasche greifen: Die Preise liegen ungefähr zwischen 60 und 250 Euro. Einige Hersteller bieten auch ein 28-tägiges Probeschlafen an, um zu testen, ob man mit dem zusätzlichen Gewicht in der Nacht gut zurechtkommt. Schwere Decken nicht für jeden geeignet Gewichtsdecken eignen nicht für jedermann. So sollten Kinder unter fünf Jahren oder 20 Kilogramm besser keine verwenden. Generell gilt, dass der Schläfer – egal ob jung oder alt – immer in der Lage sein sollte, sich selbstständig wieder aufzudecken.

Bei einigen Erkrankungen kann eine Gewichtsdecke zudem die Symptome verschlechtern: Patienten mit diabetischem Fußsyndrom, Asthma, Schlafapnoe, schweren Nierenerkrankungen, Arthrose oder Bandscheibenvorfällen besprechen am besten vorher mit dem Arzt, ob sie eine Gewichtsdecke benutzen können oder besser nicht.

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