Menschen, die sich einsam fühlen, berichten häufiger von Albträumen. In zwei Untersuchungen zeigte sich zudem: Je ausgeprägter die Einsamkeit war, desto intensiver wurden die Albträume beschrieben. Die Forscher sprechen insgesamt von moderaten Zusammenhängen.
An den beiden Studien nahmen insgesamt 1.609 Erwachsene aus den USA teil. In der ersten Untersuchung waren die Teilnehmer zwischen 18 und 81 Jahre alt, in der zweiten zwischen 18 und 78 Jahre. Die Forscher erfassten mit Fragebögen unter anderem Einsamkeit und die Häufigkeit von Albträumen; in der zweiten Studie zusätzlich deren Intensität. Die Ergebnisse veröffentlichte die Fachzeitschrift „Journal of Psychology“.
Grübeln und innere Anspannung könnten eine Rolle spielen
Die Forscher untersuchten auch, wie sich der Zusammenhang zwischen Einsamkeit und Albträumen erklären lassen könnte. Dabei betrachteten sie Stress, Grübeln und sogenanntes Hyperarousal. Damit ist ein Zustand erhöhter innerer Wachsamkeit und Anspannung gemeint.
In der zweiten Studie vermittelten sowohl Grübeln als auch Hyperarousal teilweise den Zusammenhang zwischen Einsamkeit und der Häufigkeit sowie Intensität von Albträumen. Für Stress zeigte sich dagegen kein eigenständiger statistisch signifikanter Effekt, wenn alle drei Faktoren gleichzeitig berücksichtigt wurden. In der ersten Studie hatte Stress den Zusammenhang mit häufigeren Albträumen noch teilweise erklärt.
Die Ergebnisse passen damit zu der Annahme, dass die psychische Belastung durch Einsamkeit mit Zuständen wie ständigem Grübeln oder erhöhter Wachsamkeit verbunden sein könnte, die wiederum mit Albträumen zusammenhängen. Welche Faktoren dabei Ursache und welche Folge sind, kann die Untersuchung allerdings nicht klären.
Ursache und Wirkung bleiben offen
Die beiden Untersuchungen beruhen auf Befragungen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Deshalb lässt sich daraus nicht schließen, dass Einsamkeit tatsächlich Albträume auslöst. Ebenso wenig ist belegt, dass eine Behandlung von Einsamkeit Albträume verringern würde. Die Autoren halten entsprechende Schlussfolgerungen aus ihren Ergebnissen ausdrücklich für verfrüht.
Die Ergebnisse stammen zudem ausschließlich von Erwachsenen aus den USA. Die Forscher empfehlen deshalb, den Zusammenhang künftig auch in anderen Ländern und Kulturen zu untersuchen.
Quelle: DOI 10.1080/00223980.2024.2378418