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Wie Smartphones bei psychischen Erkrankungen helfen

18.09.2020

Smartphones haben einen schlechten Ruf, was ihren Einfluss auf die psychische Stabilität ihrer Nutzer angeht. Doch die Benutzerdaten, die Rückschlüsse auf Aufenthaltsorte, Aktivitäten und sogar Gefühle zulassen, könnten Vorhersagen zu psychischen Erkrankungen erlauben. Forscher der Harvard Medical School wollen damit die Versorgung von Menschen mit Schizophrenie, bipolarer Störung und weiteren psychischen Krankheiten verbessern.

Smartphones sind heute ständige Begleiter. Die vielen Daten ihrer Nutzer, die sie aufzeichnen, lassen sich auch für gesundheitliche Zwecke einsetzen.
Smartphones sind heute ständige Begleiter. Die vielen Daten ihrer Nutzer, die sie aufzeichnen, lassen sich auch für gesundheitliche Zwecke einsetzen.
© iStock.com/GaudiLab

Die Forscher nennen es „digitale Phänotypisierung“, wenn sie Daten von Smartphones und anderen tragbaren Geräten wie Schrittzählern oder Fitness-Trackern verwenden, um das menschliche Verhalten digital zu erfassen. Sie glauben, dass das Sammeln und Analysieren dieser Informationen hilfreich sein könnte, um Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen besser zu verstehen und festzustellen, wie sie im Alltag zurechtkommen. Die Daten könnten ihrer Meinung nach auch hilfreich sein, um Symptome einzuordnen und klinische Rückfälle vorherzusagen.

In der Zeitschrift „Harvard Review of Psychiatry“ haben sie die bisherigen Erkenntnisse zusammengetragen und bewertet. Häufig werden Computer-Algorithmen verwendet, die auf maschinellem Lernen basieren. Sie erkennen Muster in den Daten und werden dabei mit der Zeit immer besser. Mit ihnen wird lässt sich z. B. verfolgen, wohin Patienten gehen, ob sie Anrufe ablehnen, oder wie der Tonfall der Nutzer ist. Daraus wird die aktuelle psychische Verfassung der Patienten bewertet und ihr Rückfallrisiko vorhergesagt.

„Die digitale Phänotypisierung bietet eine dringend benötigte Brücke zwischen den Symptomen der Patienten und den Verhaltensweisen, mit denen psychische Erkrankungen bewertet und überwacht werden können“, meint Dr. John Tourous von der Harvard Medical School.

ZOU

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