WohlfühlenPsyche

Wohlbefinden lässt sich trainieren

Dr. Karen Zoufal  |  09.12.2020

Bestimmte Fähigkeiten, die einfach erlernt werden können, tragen zu Glück und Wohlbefinden bei. Das berichten US-Forscher, die ein entsprechendes Konzept entwickelt und mit Freiwilligen getestet haben. Es liefert Hinweise darauf, dass Menschen die Höhen und Tiefen des Lebens mit Resilienz besser überstehen und dass sich Gehirn und Körper verändern und anpassen können, um dies zu gewährleisten.

Junge Frau mit dunklen Locken, schaut in die Ferne. Im Hintergrund Sonnenuntergang und Meer.
Glück und Wohlbefinden lässt sich trainieren, haben Forscher herausgefunden.
© iStock.com/Juergen Bauer Pictures

Das Konzept basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die dafür sprechen, dass das Wohlbefinden durch Übungen gefördert werden kann. Es fußt auf vier Säulen, von denen durch Experimente festgestellt wurde, dass sie sich durch Training verbessern:

  • Achtsamkeit gegenüber der eigenen Umgebung und körperlichen Empfindungen, Gedanken und Gefühlen
  • Verbindung, Wertschätzung, Freundlichkeit und Mitgefühl
  • Neugier und Selbsterkenntnis
  • Das Verstehen von Lebenszweck, Werten und Motivation

Zum Beispiel baut Achtsamkeit Stress ab und steigert positive Emotionen. Sie kann durch mentale Trainingspraktiken wie Meditation gestärkt werden. Auch der Lebenszweck, hinter dem sich persönlich bedeutsame Ziele verbergen, die Menschen im täglichen Leben verfolgen, fördert die Gesundheit.

„Es gibt Charakteristika eines gesunden Geistes, von denen viele Menschen nicht wissen, dass sie trainierbar sind“, berichtet Studienautor Cortland Dahl, der seine Ergebnisse im Fachmagazin „Proceedings der National Academy of Sciences“ veröffentlicht hat.  „Wir betrachten sie nicht als Fähigkeiten. Viele von uns dachten, dass wir fest verdrahtet sind. Die Realität ist jedoch, dass diese Eigenschaften viel trainierbarer und formbarer sind als wir denken: Wir können lernen, auf dem Fahrersitz unseres eigenen Geistes zu sitzen.“

Traditionell beschäftigt sich die Psychologieforschung mit der Behandlung von psychischen Erkrankungen. Die Forscher hoffen, mit ihrem Konzept das Wohlbefinden in jedem Stadium fördern zu können, auch bei psychisch gesunden Menschen, um etwa widerstandsfähiger gegenüber Widrigkeiten des Alltags zu werden. Gerade in der aktuellen Covid-19-Pandemie, die viele Einschränkungen und Sorgen mit sich bringt, könne davon jeder profitieren.   

Quelle: DOI 10.1073/pnas.2014859117

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